• Sonnenstich am Riekbornweg

    Autor:  • 07.05.2018 • Altona 93, Bezirksliga West, Germania Schnelsen, Hamburg, Nachrichten

    Symbolbild, Saison 2016/17, Bezirksliga WestWas zum Geier war DAS? Germania Schnelsen brauchte als Tabellenzweiter unbedingt einen Sieg gegen den Ersten Altona 93, um noch eine Restchance auf den direkten Aufstieg zu erhalten. Wie sie das allerdings schafften, ist kaum anders zu erklären als mit massenhaftem Sonnenstich… Qualitativ war die Darbietung eher medioker, beide leisteten sich viele Fehler, richtig ansehnlich war es nicht. Trotzdem fielen zehn Tore. Nach acht Minuten lief Caroline Beigel der Abwehr auf und davon und brachte die Gastgeberinnen in Führung. In der 18. Minute war sie wieder zur Stelle und staubte nach einer Ecke im Gewühl zum 2:0 ab. Vorteil Germania. Altona erarbeitete sich in der Folge mehr Spielanteile, ohne Konstruktives mit dem Ball anfangen zu können. Und doch verkürzte Christina Gough auf 1:2 (45.). In der Nachspielzeit – Schnelsens Keeperin hatte sich bei einer Abwehr verletzt und war lange behandelt werden müssen – versenkte sie eine Flanke per Kopf zum 2:2.

    Zum Ausgleich hatte wahrscheinlich auch beigetragen, dass sich die Schnelsener Bank gute zwanzig Minuten lang damit aufhielt, in Richtung des schwachen Schiedsrichters Saadi Omer zu motzen, anstatt ihr Team zu coachen und zu unterstützen. Das taten sie zwar in der zweiten Hälfte, aber nachdem Beigel zwei Chancen zum 3:2 vergeben hatte, gerieten sie in einer ganz schwachen Phase des Spiels in Rückstand. Zuvor hatte die eingewechselte Altonaerin Jennifer Kühn noch die Latte des leeren Tores getroffen und Germania-Keeperin Joanna Kral einen Gough-Kopfball rausgekratzt, doch bei Lia Stahlbergs Volleyschuss aus der Distanz in der 69. Minute war sie ebenso chancenlos wie sechs Minuten – aber wegen Trinkpause nur drei Spielminuten – später gegen Goughs dritten Treffer (72.). Alles entschieden? Schnelsen brauchte drei Tore. Zwei, nachdem die eingewechselte Tina Schuparra nach einer Ecke den Abpraller aus spitzem Winkel zum 3:4 versenkte (74.). Nur noch ein Tor, als Altonas Keeperin Laura Greve völlig unnötig weit aus dem Tor eilte, umspielt wurde und letztlich zusehen musste, wie die eingewechselte Birte Barthel ins leere Tor ausglich (77.). Es ging rauf und runter, es wurde zunehmend hektischer, und die beiden Trainerbänke keiften sich zwischendurch an wie die Waschweiber. Beide Seiten schenkten sich nichts. Nach 83 Minuten hatte Germania dann die Nase vorn. Kristin Lehmann brachte ihr Team nach Zuspiel von Beigel in Führung. Dann bekam Schnelsens Torhüterin Kral noch einen Tritt von Gough ab und humpelte für den Rest des Spiels, konnte aber nicht ausgewechselt werden und hielt einen Kühn-Schuss bravourös, der das 5:5 gewesen wäre. Stattdessen traf Marie Struckmeyer nach einem Freistoß von Lia Jürs mit dem angelegten Arm über Greve hinweg zum 6:4-Endstand in der Nachspielzeit. Altonas Reaktion auf die erste Saisonniederlage fiel trotzig aus: Dann eben am Donnerstag im Nachholspiel beim Moorreger SV…

    Der zeigte sich nicht auf Ballhöhe. Im Spiel bei Schlusslicht TuS Appen II. verlor der Tabellenvierte klar mit 0:3. Und sorgte damit für einen hochdramatischen Abstiegskampf. Denn alle Teams ab Platz neun können am letzten Spieltag noch direkt absteigen. Appen kann sich mit einem Sieg bei der Groß Flottbeker SpVgg aus eigener Kraft mindestens auf den Relegationsplatz retten. Die unangenehmste Lage hat der Bramfelder SV III., der es mit Tabellenführer Altona 93 zu tun bekommt. Immerhin wären sie bei einer Niederlage in Eidelstedt auf Platz 12 zurückgefallen. Doch Mirjam Köhn bescherte ihnen einen 1:0-Sieg durch ihr Tor gleich nach Wiederbeginn (47.). So schwebt auch der SVE, der nächste Woche gegen Komet Blankenese II. spielt, weiter in Abstiegsgefahr. Groß Flottbek, Eidelstedt und Bramfeld trennen nur die Tordifferenzen.

    Weil sich Groß Flottbek und Appen II. am letzten Spieltag gegenseitig die Punkte wegnehmen, kann Union 03 auch bei einer Niederlage in Elmshorn nicht mehr direkt absteigen. Insofern tat ihnen die 0:1-Niederlage bei Grün-Weiß Eimsbüttel II. durch das späte Tor von Hannah Schuback (83.) nicht wirklich weh. Ebenfalls drin bleibt der FC Elmshorn durch ein 3:1 gegen den SV Friedrichsgabe. Eng wird es für Groß Flottbek nach dem 1:7 gegen Komet II..

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