• Es wird eng

    Autor:  • 02.05.2018 • Bramfelder SV, FC St. Pauli, Nachrichten, Regionalliga Nord, SV Henstedt-Ulzburg II., VfL Jesteburg, Walddörfer SV

    Sowohl im Titelrennen als auch im Abstiegskampf wird es sehr, sehr eng. Der VfL Jesteburg feierte einen wichtigen 3:2-Auswärtssieg beim kriselnden FC St. Pauli. Die Braun-Weißen führten zur Pause durch ein Tor von Ann-Sophie Greifenberg mit 1:0 (37.). Nach einer Stunde allerdings drehte ein Doppelschlag von Maleen Gerckens (58.) und Desirée Steinike (59.) das Ergebnis um. Als Nina Philipp in der 86. Minute zum 2:2 ausglich, hofften die Kiezkickerinnen schon auf zumindest einen Punkt, den ihnen Andrea Ludewig in der Nachspielzeit per Elfmeter wieder entriss. Jesteburg verbesserte sich damit auf Platz sieben, vier Punkte vor den definitiven Abstiegsplätzen 9 und 10.

    Schützenhilfe für die Rüsselkäferinnen gab es nur vom bisherigen Schlusslicht Fortuna Celle, der ESV schlug den anderen Krisenclub TSV Limmer dank Lisa Zimmermann (26.) mit 1:0, wodurch Limmer nun auf dem wackeligen 8. Platz steht, dessen Klassenverbleib an den des BV Cloppenburg in Liga zwei geknüpft ist. Die TSG Burg Gretesch dagegen gewann beim Tabellenführer Bramfelder SV mit 3:2 und ist bis auf drei Punkte an Limmer heran. Bramfeld führte zwei Mal. Erst verwandelte Dalina Saalmüller einen Elfmeter (9.), und nach dem Ausgleich durch Laura Wolf in der 28. Minute brachte Safia Hassam den BSV direkt nach Wiederbeginn erneut nach vorn. Allerdings egalisierte Celine Kronemeyer zwanzig Minuten vor Schluss, und in der 90. Minute gelang Lisa Drews das Osnabrücker Siegtor. Dadurch bekommt Bramfeld nun von hinten Stress, denn nach Punkten zog Werder Bremen II. durch ein 1:0 gegen den SV Henstedt-Ulzburg II. mit den Hamburgerinnen gleich. Olivia Kulla schoss das goldene Tor nach 72 Minuten.

    Die einzige Hamburger Mannschaft, die gewinnen konnte, war der Walddörfer SV. Die Volksdorferinnen putzten den Tabellendritten SV Meppen II. deutlich mit 3:0. Frau des Tages war Paula Harder, die in der 6. Minute für das 1:0 sorgte und Mitte der zweiten Hälfte das 2:0 nachlegte. WSV-Lieblingsjoker Greta Schierhorn machte in der 89. Minute gegen ersatzgeschwächte Emsländerinnen den Deckel drauf.

    Für Aufsehen sorgte am Wochenende eine Meldung aus Kiel. Der KSV Holstein pullte einen FSV Frankfurt und komplimentierte seine Frauenfußball-Abteilung aus dem Verein – drei Tage vor Meldeschluss für die Regionalliga Nord. Nach Präsidiumsbeschluss – ohne Einbeziehung der Frauenabteilung – sollten sie zum VfB Kiel wechseln, auf dessen Anlage auf der Waldwiese sie bereits spielen (das Training bestreiten sie allerdings unter miesestmöglichen Bedingungen auf einem als Parkplatz für Herren-Zweitligaspiele genutzten Grandplatz hinter dem Holstein-Stadion). Die Spielerinnen, die zur neuen Saison den Verein wechseln sollten, sollte das dann noch nicht mal mitgeteilt werden. Und die Begründung des KSV-Präsidiums: Man wolle die Kräfte für die Männer bündeln. Das war auch seinerzeit die Begründung beim FSV Frankfurt, der übrigens inzwischen wieder in der 4. Liga angekommen ist und womöglich sogar in die 5. Liga absteigt. In Kiel sorgte das für bedeutende Unruhe, selbst aus Kreisen der mitregierenden Landtagsfraktion wurden bereits erfolgte Finanzzusagen für den Ausbau des Holstein-Stadions (7 Millionen Euro) sowie künftige öffentliche Fördermittel für den KSV Holstein hinterfragt. Die Regionalliga-Frauen zeigten sich sportlich wenig beeindruckt und gewannen ihr Spiel beim abstiegsbedrohten ATS Buntentor mit 2:1. Lina Staben schoss beide Tore in der ersten Hälfte (11., 19.), Aline Stenzel konnte lediglich nach einer Stunde verkürzen. Holsteins U23 setzte dagegen ein Zeichen, im wahrsten Sinne des Wortes: Beim Landesliga-Heimspiel gegen den Tabellenführer ATSV Stockelsdorf, zu dem sie nicht in Holstein-Trikots antraten, sondern in neutralen, weißen T-Shirts mit aufgemalten Rückennummern, leisteten sie dem 0:1 in der 1. Minute keine Gegenwehr und setzten sich danach auf den Rasen. Das tat auch Stockelsdorf, und so wurde das Spiel abgebrochen (am Dienstag gewannen sie allerdings das Nachholspiel gegen den TSV Pansdorf überraschend mit 4:1). Unter dem öffentlichen Druck ruderte das Holstein-Präsidium am Dienstag zurück, wie aus einem Artikel des Sportbuzzer hervorgeht. Allerdings liegt der Verdacht nahe, dass die Frauen demnach lediglich geduldet werden, um den Druck aus dem Kessel zu nehmen, und dann 2019 den Verein verlassen müssen. Voraussetzung: Dass sie dieses Angebot überhaupt annehmen… Derzeit ist also vieles möglich, einschließlich des Abstiegs aus organisatorischen Gründen, denn auch bei einem Vereinswechsel müsste das Spielrecht erst auf den neuen Club übergehen, und dazu müsste die Mehrheit der Spielerinnen mitgehen. Ob der Norddeutsche Fußball-Verband, der die Meldung für die neue Saison nun erhalten hat, dem zustimmt, ist eine weitere Frage.

    Meinen Kommentar zu der ganzen Angelegenheit spare ich mir – ich würde ja eh nur Recycling aller Aussagen betreiben, die schon seit langer Zeit über den HSV bekannt sind…

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