• Walddörfer macht’s

    Autor:  • 16.05.2017 • Barmbek-Uhlenhorst, ESV Einigkeit Wilhelmsburg, Grün-Weiß Eimsbüttel, Hamburg, Hamburger SV, HEBC, Nachrichten, Niendorfer TSV, Oberliga, SC Victoria, SC Wentorf, TSC Wellingsbüttel, TuS Appen, Union Tornesch, Walddörfer SV

    Am Ende packte es der Walddörfer SV aus eigener Kraft. Der neue Hamburger Meister setzte sich beim HEBC mit 6:0 durch und feierte seinen ersten Meistertitel, nicht nur in der vierten Liga, sondern seit Gründung – die Aufstiege aus Kreis-, Bezirks- und Landesliga erlebten sie seit Mannschaftsgründung 2011 nie als Staffelsieger. Schon in Halbzeit eins ließen sie keine Zweifel daran, dass sich das ändern würde. Schon nach elf Minuten war es entschieden, der WSV führte 3:0, und nur einmal in dieser Saison hatte der HEBC mehr als zwei Tore geschossen. Dana Marquardt machte den Anfang (6.), nur eine Minute später legte Marie Fröhlich nach, und in der 11. Minute knipste Marquardt zum zweiten Mal. Ein weiterer Doppelschlag durch Johanne Wandersleb in der 24. und Antonia Egge in der 26. Minute stellte das Ergebnis auf 0:5. Für den Schlussakt sorgte Vivien Güse bereits in der 49. Minute. Der Rest war Vorbereitung auf die Feier danach.

    Die Kantersiege von Union Tornesch und TSC Wellingsbüttel änderten daran nichts. Union Tornesch sicherte sich mit einem 7:0-Auswärtssieg an der Hagenbeckstraße den Vizemeistertitel und stieß Grün-Weiß Eimsbüttel in die Landesliga. Das 0:1 besorgte Finia Pohl nach 17 Minuten, kurz vor der Pause erhöhte Alla Jantschenko. Im zweiten Durchgang brach der Eimsbütteler Widerstand zusammen. Alexandra und Kira Möller legten nach Wiederbeginn zum 0:4 nach. Josefin Lutz, Alina Wachter und nochmal Kira Möller vollendeten den 18. Saisonsieg der Unionerinnen. Noch deutlicher machte es der Tabellendritte TSC Wellingsbüttel, der den Niendorfer TSV mit 16:0 deklassierte. Nach sechs Minuten hatten Lena Pfennig und zwei Mal Patrizia Wiebke schon für das 3:0 gesorgt. Wiebke komplettierte den lupenreinen Hattick in Minute 14, kurz darauf traf auf Mareike Leefen erstmals. Beide teilten sich die nächsten Tore im Wechsel, zwei Mal Wiebke (21., 35.), einmal Leefen (34.). Auch im zweiten Spielabschnitt ließ Welle nicht nach. Jana Bothmann (54.) und ein Eigentor von Gina Reich (58.) schoben das Ergebnis in die Zweistelligkeit. Wiebke erzielte mit dem 11:0 in der 62. Minute ihr 29. und letztes Saisontor, durch das sie mit großem Abstand Torschützenkönigin wurde. Jana Giesenschlag (69.), Pfennig (77.), Leefen (81., 89.) und Lina Appel (83.) knipsten die weiteren Tore.

    Überhaupt war der 21. und letzte Spieltag ausgesprochen torreich. Ganze 38 Tore fielen in sechs Spielen. Nur eines fiel in Appen. Im Abstiegskampf feierte BU einen 1:0-Sieg im Landkreis Pinneberg. Rebecca Wisniewski schoss das einzige Tor in der 56. Minute. Für Barmbek-Uhlenhorst änderte sich nichts in der Tabelle, als Zehnter bleiben sie abhängig vom Aufstieg oder Oberligaverbleib Walddörfers. Zumindest bannten sie den direkten Abstieg aus eigener Kraft, was auch Jens Schadewaldt gefreut haben dürfte, denn für den Trainer der Barmbekerinnen war es das letzte Spiel. Er gibt seinen Posten auf. In der Abschlusstabelle verbessern konnte sich noch der SC Wentorf. Sarah Barholz traf nach 53 Minuten zum 1:0 gegen den HSV, der durch Janine Schlichting nach 75 Minuten zum Ausgleich kam. Beim 1:1 blieb es. Wentorf rückte damit vor den HEBC auf Platz acht. Ebenfalls auf den letzten Drücker schob sich der ESV Einigkeit am SC Victoria vorbei auf Platz fünf. Im direkten Duell siegte Einigkeit bei Vicky mit 5:1. Natascha Woelm sorgte nach 37 Minuten für die Wilhelmsburger Pausenführung. Nach dem Seitenwechsel kassierte Vicky einen Hattrick von Sarah Schulz (56., 60., 66.) und schließlich das 0:5 von Laura Daldorf (69.). Erst in der 81. betrieb Celine Witt Ergebniskosmetik.

    In der Abschlusstabelle gibt es drei Zonen: Zum einen die Top Vier mit Walddörfer, Tornesch, Welle und dem HSV, der als schlechtestes dieser Teams zwar acht Punkte Rückstand auf den Meister hat, aber auch 20 Punkte Vorsprung auf den nächsten Verfolger. Wie Walddörfer kamen die Rothosen auf 88 Saisontore, nur getoppt von 109 Toren Wellingsbüttels, die mit 20 Gegentoren auch die beste Defensive stellen. Ab Platz fünf haben alle Mannschaften ein negatives Torverhältnis, angefangen bei Einigkeit mit -3 und gefolgt vom Tabellensiebten Appen mit -17. Die schwächste Defensive der Liga wies Niendorf auf, die am letzten Spieltag nicht nur die Bude voll bekamen, sondern auch die Gegentorbilanz auf 106 geschraubt bekamen. Dabei hatten sie nicht den schlechtesten Angriff der Liga. Den hatte BU mit 14 Toren aus 22 Spielen, die immerhin 18 Punkte erbrachten, nach 54 Treffern in der letzten Saison in der Landesliga. Noch effektiver war nur der HEBC, der mit 17 Toren auf 22 Punkte kam. Gleichzeitig fielen in HEBC-Spielen gerade mal 59 Tore, nur 2,68 pro Spiel, womit sie die Spaßbremsen der Liga waren. Ligaweit lag der Schnitt bei 4,27 Treffern pro Partie. Fünf Spiele der Saison endeten zweistellig, an drei davon war Welle beteiligt, wobei das 16:0 gegen Niendorf der höchste Saisonsieg war und der höchste für den TSC überhaupt; bis dahin lag der höchste fast auf den Tag zwei Jahre zurück, beim 12:0 gegen Nienstedten. Für Niendorf dagegen war es eine bittere Saison, die höchsten Pflichtspielniederlagen, alle zweistellig, gab es in dieser Spielzeit.

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