• Trotzdem ordentlich

    Autor:  • 22.11.2017 • Bergedorf 85, Grün-Weiß Eimsbüttel, Hamburg, Hamburger SV II., Harburger SC, Landesliga, Nachrichten, Niendorfer TSV

    Symbolbild, Saison 2016/17, LandesligaWenn bei einem Fußballspiel die Hauptperson der Schiedsrichter ist, ist das in den allerseltensten Fällen ein gutes Zeichen. Beim Heimspiel des TuS Berne gegen den Harburger TB galt diese Regel. Schon vor dem Spiel mahnte der Mann in schwarz, die drittfairste Landesligamannschaft und das neuntfairste Team der Bezirksligen aus der letzten Rückrunde sollten sich „zurücknehmen“. Und so pfiff er dann auch. Bei Berne sahen Jasmin Kröger, Nadja Gerlitz (für eine blitzsaubere Grätsche, nicht mit den Stollen voraus und vor allem klar den Ball spielend!), Sabrina Busacker (für ein harmloses Foul, ihr erstes, zwei Minuten nach ihrer Einwechslung) und Charline Scheffel (berechtigt, wie Bernes Trainer Siegfried Raskopp bemerkte) die Gelbe Karte, bei Harburg Sophie Lesser für ein Foul, das wohl nur ein Schiri in ganz Hamburg mit einer Verwarnung ahndet. Die Ungewissheit, was der Schiedsrichter entscheiden würde und was nicht, sorgte für mehr Spannung und Aufmerksamkeit als das Spielgeschehen. Darin waren sich beide Trainer so einig wie selten.

    Das Spiel endete übrigens 4:1 für den TuS Berne. Besonders in der ersten Halbzeit war der Gastgeber die überlegene Mannschaft gegen kopflos und hektisch agierende Harburgerinnen, die die kurzfristig erkrankte Ex-Bundesligaspielerin Nadine Moelter in der Abwehr schmerzlich vermissten. Carina Raup nutzte nach einem HTB-Ballverlust letztlich ihre Freiheit zum 1:0 (24.). Nur drei Minuten später verwandelte Melanie Moelter einen – berechtigten – Freistoß von der Strafraumgrenze zum 1:1, wobei Bernes Keeperin Jacqueline Rössig nicht glücklich aussah. Trotz Chancenplus des Gastgebers ging es mit 1:1 in die Kabinen, auch weil Scheffel nach 31 Minuten das leere Tor nicht traf. Die eingewechselte Jana Riedel verwandelte ihrerseits einen Freistoß zum 2:1 (50.), bei dem HTB-Keeperin Aleyna Cörek – eigentlich Feldspielerin, muss aber seit dem Abgang von Estelle Wappler etatmäßig die Lücke ausfüllen – patzte. Drei Minuten später gab es wieder Freistoß, und dieses Mal war für Cörek beim Schuss von Scheffel – die nur deshalb antrat, weil der Co-Trainer es forderte, während Chef Siegfried Raskopp es verbot – machtlos, musste das 1:3 hinnehmen. Beim 4:1 kam sie an eine Bogenlampe der Marke „Wenn der runterkommt, liegt Schnee drauf“ von Ramona Struck nicht heran (77.). Der Sieg war unter dem Strich verdient, auch wenn der HTB in Halbzeit zwei besser auftrat. Aber dass der Schiedsrichter ein unter den Umständen gar nicht schlechtes Spiel derart an sich riss, überschattete den späten Sonntagnachmittag am „Bernerbeu“. Was hätte es erst für ein Spiel werden können, wenn nicht jede Spielerin ständig bei jedem Zweikampf mit Gelb, Gelb-Rot oder Rot bedroht gewesen wäre?

    Berne bleibt damit dem TSC Wellingsbüttel II. im Nacken, der sich durch Tore von Lene Petersen (4.), Juliana Mainka (21.) und Mareile Kern (66.) locker mit 3:0 gegen den SC Sternschanze behauptete. Der Vorsprung auf einen Nichtaufstiegsplatz – vorausgesetzt, die Welle-Erste steigt auf – beträgt nun sechs Punkte, denn Bergedorf 85 verlor gegen Komet Blankenese mit 0:2. Daniela Rupscheit erzielte das erste Tor nach sieben Minuten. Carmen Ahrens machte fünf Minuten vor Schluss alles klar. Komet vergrößerte damit den Abstand auf die direkten Abstiegsplätze und verließ den Relegationsrang. Den hat nach dem 2:2 gegen den HSV II. der Niendorfer TSV inne. Zwei Mal geriet der Verbandsligaabsteiger in Rückstand. Joana Kniesel schoss die Rothosen nach einer Viertelstunde in Front. Rosemond Amoah glich aus (28.). In der 85. Minute schien Henrike Diekhoff die Rauten zum Sieg zu schießen, doch nur 60 Sekunden später schaffte Anika Behrens-Tomczak das Remis. Die Punkte teilten sich auch Grün-Weiß Eimsbüttel und der Vorletzte SC Alstertal-Langenhorn. Nach einer halben Stunde war eigentlich alles klar: Alina Richter (17.) und Irem Üstün (25., 30.) hatten GWE mit 3:0 in Front geschossen. Dann legte SCALA los und verkürzte dank Nora El Khoutari (39.) und Rabea Metz (43.) auf 2:3. Zwanzig Minuten vor dem Ende glich Jule Sitta von Freier zum 3:3-Endstand aus. Das Spiel des Harburger SC gegen Union Tornesch fiel – erwartbar, angesichts dessen, dass der Sportplatz Rabenstein wohl einst dem Außenmühlenteich abgetrotzt worden sein muss – aus und wurde auf den 4. Februar verlegt. Der HSC hat erst sechs Partien absolviert, ist auch deshalb Letzter.

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