• Sieben Mal Sportgericht

    Autor:  • 29.09.2015 • Altona 93, Bergedorf 85, Bergedorf 85 II., Bramfelder SV, Duwo 08, Eimsbütteler TV, ESV Einigkeit Wilhelmsburg, FC St. Pauli, Germania Schnelsen, Grün-Weiß Eimsbüttel, Hamburg, Hamburger SV, Hamburger SV II., Harburger SC, Landespokal, Nachrichten, Niendorfer TSV, SC Eilbek, SC Pinneberg, SC Vier- und Marschlande, SC Wentorf, TSC Wellingsbüttel, Union Tornesch, Walddörfer SV

    Oddset-Pokal21,875 Prozent, mehr als jedes fünfte Spiel in der zweiten Oddset-Pokalrunde wurde nicht sportlich, sondern vom Sportgericht entschieden. In 7 von insgesamt 32 Partien wurde die Mannschaft für das Sechzehntelfinale nicht auf dem grünen Rasen, roter Asche oder gefülltem Kunstgeläuf ermittelt, weil die Spiele abgesagt wurden. Das erste war vielleicht noch menschlich verständlich, der SC Vier- und Marschlande strich gegen Regionalliga-Tabellenführer Bramfelder SV gleich die Segel. Dem schloss sich am Samstag die Partie SV Altengamme gegen TuRa Harksheide II. an, wo die Norderstedterinnen absagten. Eher überrascht haben dürfte die Absage von BU II. gegen den ETV – ein Spiel, das vielleicht nicht so eindeutig ausgesehen hätte, wie es die Ligenzugehörigkeiten es angedeutet haben mochten.

    Am Sonntag ließ Este 06/70 seine Partie gegen den Landesligisten SC Sternschanze ausfallen, so wie der Kreisligist Meiendorfer SV gegen Landesligist HEBC, was auch so manchem einleuchten mag. Einigkeit II. verzichtete auf das Spiel gegen den Harburger TB. Eher mit einem Mix aus Freude und Erleichterung dürfte hamburgweit die Absage des 1. Norderstedter FC aufgenommen worden sein, bei dem der Walddörfer SV aus der Verbandsliga kampflos weiterkam.

    Man fragt sich: Was fand eigentlich statt? Die Antwort: Auf jeden Fall die restlichen Spiele mit Regionalliga-Beteiligung. Die Drittligisten gaben sich nicht mal den Hauch einer Blöße. Den Anfang machte der HSV bei Altona 93 mit einem 11:0-Kantersieg. Schon in der ersten Minute war Michelle Sielka erfolgreich. Nach einem Abseitstor, das nicht gegeben wurde, nutzte Tammy Hentze ihre nächste Chance nach 12 Minuten mit dem 0:2. Mit weiteren Treffern in der 28. und 39. Minute vollendete Hentze einen lupenreinen Hattrick zum 0:4-Halbzeitstand. Nach 53 Minuten erhöhte Dana Dorst per Elfmeter auf 0:5, drei Minuten später gelang Hentze ihr Tor Nummer vier an diesem Tag. Dann war Sophie Bütje dran, die eine Vorlage der als Feldspielerin eingewechselten Reservekeeperin Christina Pohl zum 0:7 versenkte (67.). In der 74. Minute schoss Hentze ihr fünftes Tor, zwei Minuten später Pohl ihr erstes. Kurz nachdem Hentze zum dritten Mal aus Abseitsposition ein Treffer verwehrt geblieben war, legte Pohl zum 0:9 nach (87.), ehe Hentze es zweistellig machte und Pohl in der Nachspielzeit den Schlussakt markierte.

    Das Topspiel war eine klare Angelegenheit: Ex-Eilbekerin Pajtesa Kameraj (45.+1 und 62.) sowie Ina Hoppe (90.) sorgten für einen am Ende klaren 3:0-Erfolg von Aufsteiger Duwo 08 beim SC Eilbek am Gropiusring. Bergedorf 85 setzte sich bei der FSV Harburg-Rönneburg aus der Bezirksliga mit 5:0 durch, was angesichts des Klassenunterschieds trotz des für den Regionalligisten ungewohnten Grandplatz an der Außenmühle in der Höhe durchaus überraschend klingt. Kaum weniger überraschend ist das frühe Ausscheiden des Pokalschrecks der letzten zwei Jahre: Doppel-Halbfinalist SC Wentorf musste sich beim Ligarivalen ESV Einigkeit trotz früher Führung mit 1:2 geschlagen geben. Den Vorsprung stellte Janine Thormählen nach acht Minuten ein. Şebnem Dairecioğlu gelang nach 23 Minuten der Ausgleich, und für den Sieg sorgte Eniola Olasanya nach 55 Minuten.

    Der Pokalsieger von 2008, Niendorfer TSV, mühte sich gegen die Zweite des HSV aus der Landesliga ab. Erst in der 83. Minute fiel das 0:1 für den Verbandsligisten durch Simone von Palubicki. Sarah Büscher vollendete in der 89. Minute zum 0:2-Endstand. 1987 hieß der Titelträger Groß Flottbeker SpVgg. Der Aufsteiger in die Bezirksliga sorgte mit einem 2:1-Sieg bei Landesliga-Absteiger USC Paloma für eine kleine Überraschung. Die schaffte auch Bezirksligist Union Tornesch II. beim 1:0-Sieg gegen den Verbandsliga-Absteiger Germania Schnelsen – Laura Kimpel schoss nach einer halben Stunde das entscheidende Tor. Die Erste aus Tornesch dagegen ist ausgeschieden. Sie unterlag bei Grün-Weiß Eimsbüttel mit 2:3. Als faustdicke Sensation hingegen darf das Ausscheiden von Landesligist TuS Appen gelten, der bei Kreisligist Komet Blankenese nach 120 Minuten mit 1:2 verlor, obwohl sie nach 20 Minuten durch Julia Trabe in Führung gegangen waren. Die Erste von Komet ist dagegen, analog zu Union Tornesch, nach einem 1:3 gegen den Verbandsliga-Aufsteiger SC Pinneberg ausgeschieden, für den Kim Linn alle drei Treffer markierte.

    Landesliga-Aufsteiger SC Victoria droht langsam ein Trauma: Im vierten Pflichtspiel der Saison gab es die vierte 1:2-Niederlage. Nutznießer dieses Mal war Mitaufsteiger TuRa Harksheide, der durch Lena Eggers (7.) und Marie Dammann (19.) vorlegte, ehe Sandra Hischke in der 67. Minute verkürzte. Vielleicht ist 17 Uhr als Anstoßzeit für Vicky einfach zu spät? Wach war dagegen der VfL Lohbrügge, der das Bezirksligaduell gegen Grün-Weiß Eimsbüttel II. mit 2:0 gewann. Der TSC Wellingsbüttel II. folgte der eigenen Verbandsligamannschaft mit einem 2:1 beim Kreisligisten Rahlstedter SC in die dritte Runde. Anna-Sophie Zimmer schoss beide Welle-Tore (7., 43.), dazwischen lag der Ausgleich von Isabell Badu (38.). Die Erste des TSC, der Meister, gab sich im Mini-Derby bei Duwo 08 II. keine Blöße und setzte sich mit 8:2 durch. Duwo glich zwei Mal in der ersten Halbzeit aus, erst durch Imke Siebert (6.), die die Wellingsbütteler Führung von Britta Kummer konterte, und dann durch Christina Frank (32.), die das gleiche mit dem 1:2 von Birthe Bröcker sieben Minuten zuvor vollzog. Sechs Minuten vor der Pause brachte Lena Pfennig die Gäste auf die Siegerstraße. Ein klarer Sieg wurde es aber erst in der Schlussviertelstunde, als Pfennig (75.), Bröcker (81.), Kummer (85., 86.) und Melanie Schmedes (90.) das Endergebnis herstellten.

    Noch weitaus souveräner fiel der Sieg des FC St. Pauli beim Bezirksliga-Neuling TuS Berne aus. Die vier Torschützinnen Ann-Sophie Greifenberg, Nina Philipp, Linda Sellami und Kathrin Miotke teilten sich die Treffer zum 15:0-Erfolg des Verbandsligisten, der für Berne ein paar Nummern zu groß war. Philipp allein gelang mehr als die Hälfte der Tore – nämlich ganze acht. Sellami durfte vier Tore schießen, Greifenberg zwei und Miotke immerhin eines. Das Bemerkenswerteste: Weder Philipp noch Sellami schafften einen Hattrick! Der blieb auch Aylin Antinova vom TSV Reinbek verwehrt. Sie schoss zwar alle Tore ihres Teams zum 4:2-Sieg über den FC St. Pauli II., aber Oliwia Lewandowska, die für Pauli doppelt traf, grätschte der Reinbekerin dazwischen. Es war nicht der Tag für Hattricks. Auch bei Jana Werner vom SV Rugenbergen klappte das nicht, obwohl sie vier Tore erzielte. Nach 21 Minuten hatte Maren Sprude den Bann gebrochen und das 1:0 erzielt, danach zog der SVR durch Laura Ruhrstrat (23.), Sprude (37.) und Marie Mattern-Frühwald (38.) auf 4:1 davon, Lea Schwabenbauer hatte nach 29 Minuten auf 1:2 verkürzt. Zwei Minuten nach ihrer Einwechslung traf Werner erstmals zum 5:1 und schoss drei Tore in Folge für ihr Team (51., 66.), doch dazwischen lag das 2:5 für den SC Alstertal-Langenhorn II. durch Schwabenbauer (49.) und ein Elfmetertor von Lisa Roth (60.) auf 3:6. Ruhrstrat erhöhte auf 8:3, Roth verkürzte erneut per Elfmeter (77.), und Werner besorgte mit dem 9:4 den spektakulären Schlusspunkt nach 85 Minuten.

    Ein Spektakel war auch das Weiterkommen von Landesligist SC Alstertal-Langenhorn beim FTSV Altenwerder. Janice Koch brachte SCALA in Führung (1.). Nach dem Ausgleich von Aylin Nagel (21.) zogen die Gäste durch Altmeisterin Grit Lenz (30.) und zwei Mal Koch (33., 39.) auf 1:4 davon. Maya Lange verkürzte in der 54. Minute, ehe Lenz zum zweiten Mal zulangte. Das letzte Tor schoss Vanessa Schuster zum 3:5-Endstand nach einer Stunde. In den ersten elf Minuten schoss der SV Halstenbek-Rellingen beim FSV Geesthacht vier Tore: Janna Grotkopp (2., 11.), Sarah Elbracht (8.) und Larissa Rittscher (10.) hießen die Torschützinnen für die Gäste. Patricia Jens netzte für Geesthacht doppelt (25., 46.), aber Grotkopp machte mit ihren Treffern drei und vier an diesem Tag bis zur 56. Minute alles klar. Gar keine Probleme mit dem Weiterkommen hatte der Bramfelder SV II. beim 6:0 beim FC Elmshorn. Zur Pause hieß es nach dem Tor von Carolin Stahlmann aus Minute 26 0:1. In der letzten halben Stunde fielen fünf Tore, erst durch Nicola Wentzel (62.), ein Eigentor von Kathrin Brinkmann (75.), Stahlmann zum zweiten (86.) und einen Doppelpack von Julia Rahde (88., 90.).

    Mit dem gleichen Ergebnis zog auch der SC Egenbüttel beim Walddörfer SV III. in die dritte Runde ein. Drei Treffer gingen auf das Konto von Yasmine Sennewald (21., 63., 72.), dazu trafen Svenja Timm (8.), Sarah von Bastian (11.) und Melina Kirschnick (49.). Ein Tor weniger schoss der SC Sperber bei der SV Billstedt-Horn, einem Gegner aus der Vorsaison. 0:5 hieß es am Ende durch die Tore von Merle Schlüter (22.), Emma Frings (42., 70.), Eileen Rohland (73.) und Anja Obersteller (90.) für die Alsterdorferinnen. Noch ein Tor weniger, also vier, schoss der Harburger SC beim Weiterkommen bei Walddörfer II.. Dafür war nach 30 Minuten alles klar. Die Führung von Alina Peters nach vier Minuten erweiterte Alina Lüdemann erst in der 20. und dann in der 30. Miute auf 0:3. Den Schlusspunkt setzte Tanja John (57.) zum 0:4-Endstand aus Walddörfer-Sicht.

    Verbandsligist Bergedorf 85 II. bleibt nach einem 8:0 beim 1. FFC Elbinsel Wilhelmsburg im Wettbewerb. Drei Mal netzte Antonia Leiseder, drei Mal Janica Reese und je einmal Burcin Boran und Lea Bahr. Landesliga-Aufsteiger BU II. hatte auswärts beim SC Sternschanze II. nie Mühe. Allerdings fiel das 0:1 von Vanessa Lehnert in der 25. Minute aus dem Nichts. Dilhun Vurgin staubte nach 34 Minuten zum 0:2 ab, 120 Sekunden später war Sophie Windisch mit dem 0:3 zur Stelle. Windisch markierte auch das 0:4 in der 50. Minute. Kimberly Bühl schnürte einen Doppelpack zum halben Dutzend (62. und 74.), für den Schlussakkord sorgte Amina Nadzakovic in der Nachspielzeit zum 0:7-Endstand.

    Am Mittwoch um 20 Uhr findet die Auslosung für die dritte Runde statt, wie gewohnt in der HFV-Sportschule in Jenfeld. Ausgetragen wird diese Runde am 7. und 8. November. Im Topf sind also folgende Teams:
    Bramfelder SV, Hamburger SV, Bergedorf 85, Duwo 08 (Regionalliga), Walddörfer SV, TSC Wellingsbüttel, FC St. Pauli, ESV Einigkeit Wilhelmsburg, Niendorfer TSV, Grün-Weiß Eimsbüttel, Eimsbütteler TV, SC Pinneberg, Bergedorf 85 II. (Verbandsliga), HSV Barmbek-Uhlenhorst, SC Sternschanze, SC Alstertal-Langenhorn, HEBC, TuRa Harksheide (Landesliga), SC Egenbüttel, Bramfelder SV II., SV Halstenbek-Rellingen, FC Union Tornesch II., VfL Lohbrügge, TSC Wellingsbüttel II., Groß Flottbeker SpVgg, Harburger SC, SC Sperber (Bezirksliga), Harburger TB, SV Rugenbergen, Komet Blankenese II., TSV Reinbek und SV Altengamme (Kreisliga)

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