• Rugenbergen steht im Achtelfinale

    Autor:  • 07.11.2016 • Altona 93, Bergedorf 85, Duwo 08, Eimsbütteler TV, ESV Einigkeit Wilhelmsburg, FC St. Pauli, Germania Schnelsen, Grün-Weiß Eimsbüttel, Hamburg, Hamburger SV, Hamburger SV II., Harburger SC, HEBC, Landespokal, Nachrichten, Niendorfer TSV, SC Eilbek, SC Victoria, TSC Wellingsbüttel, Union Tornesch, Walddörfer SV

    Oddset-PokalEs ist schon absurd: Da erreicht ein Kreisligist im Pokal den dritten Rundensieg und hat nix dafür getan. Hat der SV Rugenbergen so einen schlechten Ruf? Oder haben sie eine kollektive Seifenallergie und stinken 10 Meilen gegen den Wind? (Nur ein Scherz, offensichtlich.) Es muss doch Gründe haben, dass weder der SV Lieth noch Duwo 08 II. oder jetzt der FC Elmshorn zum Pokalspiel gegen die Bönningstedterinnen angetreten sind. Zum dritten Mal geht es für den SV Rugenbergen kampflos eine Runde weiter. Man darf gespannt sein, ob im Achtelfinale vielleicht mal ein Verbandsligist kneift…

    Die verbliebenen Favoriten auf den Pokalsieg gaben sich keine Blöße. Der TSC Wellingsbüttel setzte sich beim SC Alstertal-Langenhorn locker mit 6:0 durch. Patrizia Wiebke (15.), Anna-Lena John (18.), Melanie Schmedes (35.) und nochmal Wiebke (42.) ließen schon in Durchgang eins keine Zweifel am Weiterkommen, Wiebke zum Dritten (55.) und Jana Steen nach einer Stunde untermauerten das noch. Auch Union Tornesch gab sich keine Blöße und gewann beim HSV II. mit 7:0. Was die Zweite der Rothosen nicht schaffte, erreichte die Erste: Mit 10:0 gewann der HSV I. beim ETV. Hannah Diekhoff gelang zunächst ein Doppelpack (12., 14.), den Janine Schlichting zur Pause nachmachte (33., 38.). Dass Schlichting in der 50. Minute auch noch ihr drittes Tor schoss, konnte Diekhoff nicht auf sich sitzen lassen und traf in der 54. Minute, kurz nach dem 0:6 von Sophie Bütje (52.) selbst zum dritten Mal. Nur eine Minute später war Bütje mit ihrem zweiten Tor zur Stelle. Vier Tore in fünf Minuten. Bis zum 0:9 dauerte es immerhin bis zur 69. Minute, dann war Lukne Gräßler erfolgreich. Den Schlusspunkt setzte Emma Burdorf-Sick neun Minuten vor Schluss.

    Ausgeschieden ist dagegen der ESV Einigkeit, und das deutlich: Der Verbandsligist blamierte sich beim Bezirksligisten Komet Blankenese II. mit 0:3. Grün-Weiß Eimsbüttel hätte es ebenfalls fast erwischen, sie brauchten beim TSC Wellingsbüttel II. die Verlängerung, um sich dank der Tore von Michelle Bathe aus der 101. und 109. Minute mit 2:0 ins Achtelfinale zu retten. Der Eimsbütteler Rivale HEBC schaffte das beim Harburger SC souveräner und behielt mit 3:1 die Oberhand. Tatjana Rosemann verwandelte nach elf Minuten einen Strafstoß zum 0:1, nach der Pause schlug Caroline Wolff zum 0:2 zu (49.). Julia Hoffmann besorgte in der 71. Minute die Vorentscheidung. Gabriela Altun gelang lediglich der Ehrentreffer (86.). Etwas Mühe hatte auch der SC Victoria, der beim Kreisligisten SC Eilbek mit 3:0 gewann. Es dauerte bis zur 58. Minute, ehe Sabrina Müller zum 0:1 einnetzte. Sie erhöhte eine Viertelstunde vor Schluss auch auf 2:0. Den Schlusspunkt setzte Marai Wolf zwei Minuten vor dem Ende. Zu den Verbandsligisten in der Runde der letzten Sechzehn zählt auch der Niendorfer TSV nach einem 5:2-Sieg beim TuS Berne.

    Ein farbiges Spiel erlebten die Zuschauer des Bezirksligazweiten Altona 93 gegen den Landesligavorletzten Germania Schnelsen. Die Germania setzte sich mit 4:2 durch, was durchaus schmeichelhaft war, angesichts einer Vielzahl ausgelassener Altonaer Chancen. Aber im Blickpunkt stand Schiedsrichter Jörg Wiltschek vom FC St. Pauli, der eigentlich gar nicht schlecht pfiff und sich im Spiel nur zwei oder drei Fehlentscheidungen erlaubte, es aber mit den Karten im zweiten Durchgang völlig übertrieb. Das Spiel war keinesfalls unfair, trotzdem zog er in 45 Minuten vier Mal die Gelbe Karte und zwei Mal Gelb-Rot, wobei nur an der ersten für Altonas Lia Stahlberg wenig zu rütteln war: Gelb gab es für Meckern, Gelb-Rot für ein Foulspiel nur zwölf Minuten später. Da führte Germania mit 4:1, aus Altonaer Sicht unnötigerweise. Die Gäste nutzten gegen gefährlichere Gastgeberinnen in der 31. Minute ein zaghaftes Abwehrverhalten, und auch wenn Laura Peters der Treffer zugeschrieben wurde, war es wohl Kristin Lehmann, die den Ball nach Peters‘ Lupfer über Keeperin Laura Greve über die Linie drückte. Altona mühte sich und kam acht Minuten später per Abstauber durch Jorine Sonneveld zum Ausgleich (39.). Aber noch vor der Pause war Germania cleverer und profitierte von einem Aussetzer des Schiedsrichters, der es zuließ, dass Schnelsen einen schnellen Einwurf nicht mit dem Spielball, sondern einem selbst mitgebrachten einwarf und so zur Chance kam, die Lehmann per Heber über Greve hinweg zum 1:2 nutzte (42.). Dennoch war das keine Entschuldigung dafür, dass der AFC den Beginn der zweiten Hälfte verschlief: Peters überwand Greve nach 47 Minuten zum 1:3, und Sekunden nachdem sich Stahlberg ihre Mecker-Gelbe abgeholt hatte, verlor sie ein Duell mit Peters, die erneut per Schlenzer das 1:4 erzielte (54.). Trotz Unterzahl drehte Altona nochmal auf, erarbeitete sich Chancen, konnte aber durch Marieke Hagelberg in der 77. Minute nur noch auf 2:4 verkürzen. In der Nachspielzeit sah dann auch Germanias Annika Sommerfeld noch die Ampelkarte für wiederholtes Foulspiel, wahrscheinlich eine Folge eines vollkommen verrutschten Bewertungsrahmens aufseiten des Schiedsrichters, der kurz zuvor auch den Altonaer Trainer Dierk Baensch auf die Tribüne verbannt hatte.

    Die Partien der Bezirksligisten hatten es insgesamt in sich. Die jedenfalls, die stattfanden – das Aufeinandertreffen zwischen dem SV Friedrichsgabe und dem Walddörfer SV II. wurde abgesagt, der Rasenplatz im Waldstadion gesperrt. Am Samstag gewann UH-Adler gegen Grün-Weiß Eimsbüttel II. mit 5:2, und auch hier gab es eine Rote Karte. Allerdings stand es dabei 2:2, was den Endstand noch bemerkenswerter macht, wenn man bedenkt, dass es die Uhlenhorsterinnen waren, die in Unterzahl noch drei Tore schossen. Claudia Bolton hatte die Adler nach 21 Minuten per Elfmeter nach vorn geschossen, allerdings glich Annika Off nach einer halben Stunde aus. Kurz darauf erzielte Janina Peierke die 2:1-Pausenführung für die Gastgeberinnen. Off egalisierte in der 54. Minute. Drei Minuten später folgte der Platzverweis, und dann legte UH-Adler los: Carina Rindfleisch mit der erneuten Führung (62.), die Peierke ausbaute (80.), und Johanna Benke setzte vier Minuten vor dem Ende den Schlusspunkt. Nur ein Tor brauchte Union 03 gegen den SC Sternschanze II., und dieses Tor fiel erst in der 89. Minute durch Melanie Moenig – es reichte den Altonaerinnen, um in die vierte Runde einzuziehen. Torreich und knapp war es in Harksheide. Der Kreisligist TuRa zwang die klassenhöhere FSV Harburg-Rönneburg ins Elfmeterschießen und unterlag erst dort mit 4:6, nachdem es nach 90 Minuten 4:4 gestanden hatte. Lena Eggers brachte TuRa in der 26. Minute mit 1:0 in Führung, was Harburgs Jana Schrader postwendend konterte (28.). Zu Beginn von Durchgang zwei gab es umgekehrte Rollen: Erst traf Schrader zum 1:2 (52.), dann Eggers zum 2:2 (55.). Sarah Linek erzielte nach 66 Minuten das 2:3, aber Eggers (70.) und Nadine Leichsenring (75.) drehten das Resultat. Nur vier Minuten später glich Linek zum 4:4 aus. Die Verlängerung blieb torlos, erst im Elfmeterschießen hatte die FSV die Nase vorn.

    Das Achtelfinale wird am Mittwochabend um 17 Uhr in der HFV-Sportschule in Jenfeld ausgelost. Im Topf sind dann jeweils nur noch ein Regionalligist, Landesligist und Kreisligist, dazu acht Verbandsligisten und fünf Bezirksligisten.

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