• Pokalwochenende

    Autor:  • 23.08.2014 • DFB-Pokal, Hamburg, Hamburger SV, Harburger SC, Landespokal, Nachrichten, SV Henstedt-Ulzburg, SV Osdorfer Born

    Enttäuschung pur bei Nadja Schubring und Carolin Schimmel

    2013: Enttäuschung nach dem knappen Ausscheiden des SV Henstedt-Ulzburg in der Verlängerung

    Kaum geht’s los, schon wird’s heiß. In Hamburg startet die Saison an diesem Wochenende mit zwei Pokalwettbewerben. Der HSV und der SV Henstedt-Ulzburg treten im DFB-Pokal an und hoffen auf Überraschungen und Sensationen. Zum anderen spielen 22 Kreis- und Bezirksligisten um den Einzug in die zweite Runde des Oddset-Pokals. Für elf bis dreizehn Mannschaften endet also bereits ein Wettbewerb, der kaum begonnen hat, mit einer Enttäuschung. Die Kracher finden am Samstag im Stadion an der Alsterquelle im Henstedt-Ulzburger Ortsteil Rhen und am Sonntag in der „Schüssel von Stellingen“, dem Wolfgang-Meyer-Stadion statt.

    Samstag, 23. August 2014, 14:00 Uhr, Schäferkampsweg 32: SV Henstedt-Ulzburg – FFV Leipzig

    Heute empfängt der SV Henstedt-Ulzburg den FFV Leipzig aus der 2. Bundesliga Nord. In der vergangenen Saison verpasste der SVHU den Einzug in die zweite Runde gegen den 1. FC Lübars aus Berlin nur knapp: Nach zwei frühen Gegentoren durch Gabriella Tóth und Madeleine Wojtecki schien das Spiel schon vorentschieden, doch ein Foulelfmeter von Kathrin Patzke und der späte Ausgleich zwangen den Zweitligisten in die Verlängerung. Dort fehlten nur Sekunden bis zum Elfmeterschießen, quasi mit Abpfiff der Verlängerung traf Hülyia Kaya zum 2:3-Endstand.

    Ein ähnliches Spiel erhofft sich der SVHU auch heute. Wobei sich einige Personalien geändert haben. Im Tor wird höchstwahrscheinlich Julia Prosch die bisherige Stammkeeperin Berith Voigt ablösen. Die Innenverteidigung bekommt ein neues Gesicht, neben Nadja Schubring könnte Kristin Engel oder Bianca Weech verteidigen, auf den Außenpositionen Michelle von Appen und Lina Kunrath. Dort war gegen Lübars vor einem Jahr die Achillesferse durch die auf der Position kaum erprobten und noch unerfahrene Tomke Hege. Schwer auszurechnen ist das Mittelfeld. Sicher sind dort Routinier Maria Marrocu und Alina Witt anzutreffen. Zuletzt im Kreispokal in Struvenhütten war Jennifer Michel wieder dabei, dafür fehlte bisher die Kapitänin Kathrin Patzke, ebenso wie Vera Homp und Christine Schoknecht – drei fast unersetzbare Eckpfeiler. In den drei Pokalspielen dieser Saison trumpfte vorn in der Spitze Tammy Hentze auf. Allerdings – und das ist das Handicap des SVHU – ist die Mannschaft in der Vorbereitung nie ernsthaft geprüft worden. Am knappsten fiel das 4:1 gegen Union Tornesch aus der Verbandsliga Hamburg aus. Die Kreis- und Landespokalspiele chronologisch: 13:0, 18:0, 10:0. Keine Prüfsteine, sieht man vom ersten Test gegen den VfL Wolfsburg (0:9) ab, der noch vor Trainingsbeginn stattfand. Darüber hinaus ist der SVHU auch erst seit drei Wochen überhaupt im Training.

    Der SVHU flog letztes Jahr in der 120. Minute unglücklich raus

    Der SVHU flog letztes Jahr in der 120. Minute unglücklich raus

    Und dann kommt gleich der bisher schwerste Gegner, der FFV Leipzig. Von den Eckdaten her gibt es frappierende Parallelen zu Lübars in der Vorsaison. Der FFV, der sich 2013 vom ehemaligen Patzke- und Homp-Verein 1. FC Lok Leipzig abspaltete, wurde in der letzten Saison Neunter und entging der Relegation nur durch die bessere Tordifferenz. Zumindest in den Tests stellten sie sich Regionalligisten wie dem 1.FFC Fortuna Dresden-Rähnitz (6:0) und dem Halleschen FC (2:0), aber auch den männlichen B-Junioren der SG Lutherstadt Wittenberg (1:5). Betreut wird die Mannschaft vom 61-jährigen Thomas Matheja, der zuvor die U17 des FFV trainierte. Die Eckpfeiler der Offensive sind nicht unbekannt: Die erstligaerfahrene Ex-HSVerin Angelina Lübcke und Unruheherd Safi Nyembo. Der Kader ist im Wesentlichen zusammengeblieben, namhaftester Abgang ist Florin Wagner, die es zum FC Luzern in die schweizer Nationalliga A zog. Dafür kam die Österreicherin Magdalena Jakober vom FF USV Jena. Diese Konstanz könnte vorteilhaft sein, sie macht ausrechenbarer – Vera Homp, Kristin Engel und Franziska Hilmer standen damals mit dem FFC Oldesloe den Lokschen gegenüber und unterlagen mit 0:5. Eine Rechnung, die sie wahrscheinlich gern begleichen würden.

    Pfeifen wird dieses Spiel Anna-Lena Heidenreich vom TSV Dahme aus Ostholstein, an den Seiten assistieren ihr Catharina Sonne-Ude vom FC Averlak aus Dithmarschen und Janine Kulow vom TSV Klausdorf aus dem Kreis Plön. Es handelt sich dabei also um ein schleswig-holsteinisches Gespann, das hoffentlich unparteiisch, aber doch als gutes Omen auftreten wird.

    Sonntag, 24. August 2014, 14:00 Uhr, Hagenbeckstraße 124: Hamburger SV – Herforder SV

    An den letzten Pokalauftritt wird sich der HSV wahrscheinlich ungern erinnern. Vor zwei Jahren trafen die Rothosen, gerade neu formiert als Regionalligist, auf den Zweitligisten BV Cloppenburg, der ihnen eine klare 0:6-Niederlage beibrachte. Damals waren die Eckpfeiler des Teams schon dabei: Stammkeeperin Saskia Schippmann, Kapitänin Cathérine Knobloch, Sebnem Dairecioglu, Fjolla Gara und Marién Bistricianu, die damals Sara Akbulut ersetzte. Auch schon dabei waren seinerzeit Anna Peters und Anna Schell. Seither hat sich im Kader viel getan, auch zu dieser Saison wieder. Mit Christina Pohl hat der HSV endlich eine zweite Torhüterin. Mittelfeldspielerin Melanie Bußmann wurde aus der Zweiten hochgezogen, Victoria Schulz und Saskia Windolf aus dem Nachwuchs. Hinzu kommt als zweite „echte“ Neue Jana Steen vom TSC Wellingsbüttel. Die Generalprobe war nicht wirklich eine: Windolf fiel ebenso angeschlagen aus wie Evelyn Holst, und es fehlten beide Torhüterinnen. Gegen Duwo gewannen sie trotzdem mit 4:2. Zuvor gab es gegen den unbequemen Verbandsliga-Aufsteiger ETV ein 5:0.

    Szene aus dem Zweitligaspiel HSV II. gegen Herforder SV (4:6) aus dem Jahr 2009

    Szene aus dem Zweitligaspiel HSV II. gegen Herforder SV (4:6) aus dem Jahr 2009

    Und doch: Es wird kein leichter Weg gegen den Herforder SV Borussia Friedenstal, den Fahrstuhlclub der ersten Bundesliga, der jüngst wieder im Oberhaus angekommen ist. 2008 stiegen sie auf und im Folgejahr wieder ab. Das wiederholte sich in den beiden Folgejahren. Nach drei Jahren Zweitklassigkeit sind sie nun wieder als Tabellenzweiter aufgestiegen. In der ersten Pokalrunde tut sich der Herforder SV durchaus schwer. Nur einmal schossen sie in den letzten fünf Jahren mehr als vier Treffer. Letzte Saison siegten sie bei Holstein Kiel mit 4:2, allerdings „gewann“ Holstein die zweite Halbzeit mit 2:1. Das sollte Mut machen, zumal sie dann in Runde zwei am FFV Leipzig scheiterten, dafür erreichten sie 2012 das Viertelfinale. Personell gab es einige Neuerungen. Desirée Lenz hat ihre Laufbahn beendet, Kylla Sjöman schloss sich dem Celtic LFC in Glasgow an. Zugänge gibt es reichlich, wie die Ex-Bremerin Kea Eckermann (BV Cloppenburg), Torhüterin Jennifer Martens (Werder Bremen), Merza Julevic (zuletzt VfL Sindelfingen), Louisa Lagaris (FF USV Jena), Alexa St. Martin von der Georgetown University in Washington, D.C., oder auch die von Ottawa Fury aus Kanada kommenden Danica Wu und Lydia Hastings – Letztere ist allerdings US-Amerikanerin mit Europa-Erfahrung von einem Gastspiel bei PK-35 in Finnland.

    Sein letztes Heimspiel gegen Herford übrigens gewann der HSV 2011 mit 3:0 – allerdings damals mit unter anderem Carolin Simon, Aferdita Kameraj oder Antonia Göransson. Immerhin war Saskia Schippmann damals im Kader. So wie auch Lena Petermann, die hoffentlich in der Nacht von Sonntag auf Montag U20-Weltmeisterin werden wird. Auf Seiten Herfords könnten sich nur Lena Schulte und Lena Wermelt daran noch erinnern.

    Schiedsrichterin der Partie ist Susann Kunkel vom SV Eichede aus Stormarn in Schleswig-Holstein, assistiert von den Niedersächsinnen Maren Thoden vom TSV Eiche Neu St. Jürgen (Worpswede, Kreis Osterholz-Scharmbeck) und Sina Kühn aus dem Kreis Hannover-Stadt.

    Achtung bei der Anfahrt! Am Sonntag finden in Hamburg die Vattenfall Cyclassics statt. Für das Radrennen sind einige Straßen in Hamburg gesperrt. In Stadionnähe sind eine halbe Stunde vor Spielbeginn der Straßenzug Schäferkampsallee/Fruchtallee/Eimsbütteler Markt/Holstenkamp sowie die Schnackenburgallee und der Farnhornstieg in Richtung Westen und die dazwischen liegenden Kreuzungsbereiche gesperrt. Aus Richtung Norden und Osten gibt es keine Einschränkungen, auch die Autobahn-Abfahrt Stellingen ist frei. Wer auf Nummer Sicher gehen will, nimmt die U-Bahn U2 oder die Buslinien 22, 181 und 281 bis Hagenbecks Tierpark.

    Das wird für den Regionalligisten sehr, sehr schwer. Aber: Ist eine Sensation denn gänzlich ausgeschlossen, selbst im DFB-Pokal der Frauen? Vielleicht stolpert ja mal ein Erstligist über einen klassenniederen Club, so wie zuletzt 2004. Dummerweise war es damals, vor zehn Jahren – der HSV.

    Oddset-Pokal

    Im Hamburger Pokal steht ebenfalls die erste Runde mit elf Partien an. Am Samstag empfängt die 2. Mannschaft des ETV um 12:30 Uhr an der Bundesstraße Duwo 08 aus der Bezirksliga. Das wohl interessanteste Spiel des Tages aber steigt am Pfeilshof, wo der TSC Wellingsbüttel II. um 15:45 Uhr den ebenfalls in der Bezirksliga angesiedelten HEBC begrüßt. Darüber hinaus geht es für Neuling Komet Blankenese II. gegen Blau-Weiß 96 Schenefeld, und der SC Condor muss gegen den SV Osdorfer Born ran.

    Am Sonntag gibt es das Bezirksligaduell FC Elmshorn gegen die FSV Harburg-Rönneburg am Ramskamp ab 10:30 Uhr zu bestaunen. Darüber hinaus sind beide BU-Teams am Start, die Erste um 15 Uhr beim SC Sternschanze II., die Zweite bereits um 11 Uhr beim FTSV Altenwerder. Hinzu kommen die Spiele ESV Einigkeit II. gegen Rahlstedter SC, TuRa Harksheide II. gegen Neuling SV Billstedt-Horn, Harburger SC gegen TuRa Harksheide I., sowie TuS Berne gegen Rückmelder TSV Reinbek.

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