• Landeshallenmeisterschaften 2015 – Spiel 17 bis 20

    Autor:  • 04.08.2015 • Hallenfußball, Schleswig-Holstein, Spielbericht, SSC Hagen Ahrensburg, SV Henstedt-Ulzburg, VfL Oldesloe

    Michelle von Appen scheitert an Karina Köpke

    Michelle von Appen scheitert an Karina Köpke

    Während der SV Henstedt-Ulzburg, die SG Ratekau-Strand 08 und sogar die Nullinger von Rot-Schwarz Kiel Chancen aufs Halbfinale hatten, musste der SSC Hagen Ahrensburg bibbern. Sie brauchten Hilfe. Mit einem Sieg war HU an den Ahrensburgerinnen vorbei, und wenn dann Ratekau Oldesloe schlug, war der SSC raus. Jedes davon abweichende Bild brachte den SSC ins Semifinale. Holstein Kiel war in Gruppe B zwar nicht nach Punkten, aber durch das Torverhältnis durch, selbst wenn sie gegen den Eichholzer SV verloren. Da musste die Pleite schon mit drei Toren Unterschied ausfallen, für eine Mannschaft, die noch gar kein Gegentor kassiert hatte. Eichholz musste gewinnen – vorausgesetzt, dass TuRa Meldorf vorher nicht gegen den TSV Klausdorf gewann, sonst würde es eng werden. Der TSV dagegen musste Meldorf mit mindestens zwei Toren schlagen.

    Tristan Gollnest, Trainer des SSC Hagen Ahrensburg, muss auf Schützenhilfe aus Henstedt-Ulzburg und Oldesloe hoffen

    Tristan Gollnest, Trainer des SSC Hagen Ahrensburg, muss auf Schützenhilfe aus Henstedt-Ulzburg und Oldesloe hoffen

    Spiel 17: SV Henstedt-Ulzburg – SSG Rot-Schwarz Kiel 2:0
    Tore: 1:0 von Appen (6.), 2:0 Witt (9.)

    Endspiel. Ganz einfach, ohne Umschweife: Wer verlor, war definitiv raus, eventuell bei einem Kieler Sieg sogar beide – wenn Ratekau danach gegen Oldesloe gewann. HU kam nur mit einem Sieg weiter, darüber bestand in dem Fall aber auch nach der Partie gleich Gewissheit. Diese Situation merkte man den Segebergerinnen in der Anfangsphase auch an, die Aktionen erweckten den Anschein von Verkrampfung, als wollten sie zu viel auf einmal. Sie benötigten eine Weile, um in Person von Michelle von Appen einen ersten ernsthaften Versuch zu starten, aber Carina Köpke stand dem Glück im Weg. Die Einschläge kamen näher. So traf Alina Witt das Außennetz (6.). Kurz darauf aber folgte die Erlösung: Lina Kunrath spielte rechts auf Witt, und deren Querpass brachte von Appen zum 1:0 unter. Es war eine einseitige Begegnung, in der Witt erneut in Köpke ihre Meisterin fand. Vorerst. Denn in der 9. Minute schob Witt ein Zuspiel von Jennifer Michel an Köpke vorbei zum 2:0. Es war die Entscheidung, denn auch die letzte Torchance hatte Henstedt-Ulzburg durch von Appen, deren Abschluss es nicht an der Kieler Keeperin vorbei schaffte. Trotzdem Grund zur Freude, HU stand im Halbfinale – auch, weil Rot-Schwarz es in vier Spielen nicht verstand, nur einmal das Runde ins Eckige zu bringen.

    Jennifer Michel treibt einen Konter voran

    Jennifer Michel treibt einen Konter voran

    Alina Witt ist mit der Fußspitze am schnellsten am Ball ...

    Alina Witt ist mit der Fußspitze am schnellsten am Ball …

    ... und schiebt ein, während die ausgespielte Karina Köpke ernüchtert auf dem Boden hockt

    … und schiebt ein, während die ausgespielte Karina Köpke ernüchtert auf dem Boden hockt

    Spiel 18: VfL Oldesloe – SG Ratekau-Strand 08 1:1
    Tore: 1:0 Freelandt (9.), 1:1 Nicoleit (12.)

    Wer würde dem Regionalligisten ins Semifinale folgen? Die besten Aussichten hatte die SG Ratekau-Strand 08, die jeder Sieg gegen den VfL Oldesloe weiterbringen würde. Auf der Tribüne hoffte Tristan Gollnest vom SSC Hagen Ahrensburg, dass der VfL hier den Favoriten würde ärgern können. Und tatsächlich präsentierte sich der VfL in den ersten Minuten sehr gut, war klar überlegen und erarbeitete sich einige Möglichkeiten. Die erste hatte Jatta Aalto, deren Schuss den Kasten verfehlte, und nur eine Minute später zwang sie Nicole Bredfeldt im Ratekauer Tor zur Parade (4.). Und wieder 60 Sekunden darauf bediente Kila Bein-Snee ihre Mitspielerin Sabrina Riesel, die aber vorbei schoss. Doch nach dieser ersten Spielhälfte ohne verdienten Oldesloer Treffer kippten die Verhältnisse. Nun fand sich Ratekau besser zurecht und war durch Anna-Lena Vasel erstmals gefährlich. VfL-Schlussfrau Inga Börmann ließ das Leder prallen und im Nachschuss setzte Ronja Pajonk die Kugel an den Pfosten (8.). Ratekau drückte weiter, Sekunden später scheiterte Vasel erneut an Börmann. In diese Drangphase fiel ein Entlastungsangriff der Stormarnerinnen. Aalto zog solo über links und schoss, Bredfeldt ließ den Ball prallen – genau vor die Füße von Jessica Freelandt. Und die routinierte Stürmerin staubte ab zum 1:0 (9.). Noch gut zweieinhalb Minuten, dann war Ahrensburg in der Vorschlussrunde und Oldesloe ein verdienter Turniersieg gelungen. Es sah wirklich danach aus, denn die Ratekauer Bemühungen verpufften. Es lief die letzte Minute. Stefanie Lumma schob das Leder zur früheren Oldesloerin Gianna Nicoleit, die Sekunden vor dem Ende zum 1:1 einschoss. Oldesloe gelang wieder kein Sieg, und doch war es ein „Pyrrhus-Remis“ für Ratekau: Es reichte nicht. Mit Oldesloer Hilfe schaffte es der SSC Hagen als Gruppenzweiter eine Runde weiter.

    Sabrina Riesel ist frei vor Nicole Bredfeldt ...

    Sabrina Riesel ist frei vor Nicole Bredfeldt …

    ... zielt jedoch rechts vorbei

    … zielt jedoch rechts vorbei

    Der sitzt! Jessica Freelandts Tor schockt Ratekaus Sina Schöning und Nicole Bredfeldt

    Der sitzt! Jessica Freelandts Tor schockt Ratekaus Sina Schöning und Nicole Bredfeldt

    Gianna Nicoleit kommt gegen Inga Börmann nur noch zum Ausgleich

    Gianna Nicoleit kommt gegen Inga Börmann nur noch zum Ausgleich

    Gruppe A
    Pl. Mannschaft Pkt. Tore Diff.
    1. SV Henstedt-Ulzburg 7 7:3 + 4
    2. SSC Hagen Ahrensburg 7 4:3 + 1
    3. SG Ratekau/Strand 08 5 3:3 0
    4. VfL Oldesloe 3 3:5 – 2
    5. SSG Rot-Schwarz Kiel 3 0:2 – 2

    Spiel 19: TuRa Meldorf – TSV Klausdorf 4:2
    Tore: 1:0 Nöhr (5.), 1:1 Liedtke (6.), 2:1 Wolfgramm (7.), 3:1 Wolfgramm (8.), 3:2 Dietrich (8.), 4:2 Nöhr (11.)

    Eichholz oder Meldorf, wer würde es neben Holstein Kiel schaffen? TuRa legte vor. Sie benötigten einen klaren Sieg. Den strebten sie auch an. Nach einem abgefälschten Schuss von Jana Hamann lenkte Lisa Ehlers die Kugel an den Pfosten (4.). Sechzig Sekunden später legte Imke Kutsche zurück auf Louisa Nöhr, und die viermalige Bundesligaspielerin ließ sich nicht lange bitten, vollendete flach zum 1:0. Jetzt nahm die Partie Fahrt auf. Auf der anderen Seite kickte Patrycja Pasieka ein, Annika Liedtke tunnelte Wienke Jensen – 1:1 (6.). Die Antwort von TuRa bestand in einem Doppelpass von Carina Wolfgramm mit Kutsche – 2:1. Konnte Klausdorf postwendend wieder ausgleichen? Fast. Selina Dittrich bediente Janina Höhe, aber die schoss frei vorbei. Das rächte sich. Meldorf konterte, Ehlers legte rüber zu Wolfgramm, und die ließ Kathrin Fehlau im Klausdorfer Tor erneut keine Chance. Wie würde der TSV nun reagieren? Mit dem 2:3-Anschlusstreffer per Gewaltschuss von Dittrich, nachdem der Versuch von Laura Starkgraff noch abgewehrt worden war (8.). Draußen hoffte Eichholz darauf, dass Klausdorf den Ausgleich schaffte. Die Chance dafür hatte Pasieka, aber Jensen hielt. Stattdessen sorgte Meldorf für die Entscheidung. Birthe Bröcker eroberte in der 11. Minute den Ball und bereitete für Nöhr vor, die zum 4:2 vollendete.

    Carina Wolfgramm steht frei vor Kathrin Fehlau ...

    Carina Wolfgramm steht frei vor Kathrin Fehlau …

    ... und trifft zum 3:1

    … und trifft zum 3:1

    Kathrin Fehlau ist von Birthe Bröckers Querpass ausgespielt ...

    Kathrin Fehlau ist von Birthe Bröckers Querpass ausgespielt …

    ... und Louisa Nöhr macht den Deckel drauf

    … und Louisa Nöhr macht den Deckel drauf

    Spiel 12: Holstein Kiel – Eichholzer SV 1:0
    Tore: 0:1 Guetari (12., Eigentor)

    Und das bedeutete: Wollte der Eichholzer SV ins Halbfinale, mussten sie Holstein Kiel mit zwei Toren schlagen. Nach etwas Abtasten wurde es turbulent. Erst scheiterte Kiels Sarah Begunk an Ann-Kathrin Dellmth, auf der Gegenseite Alicia Sirotzki an Victoria Bendt. In der 5. Minute war es knapp. Sirotzki ballerte einen Freistoß in die Mauer, bekam die Nachschusschance – der Pfosten verhinderte die Lübecker Führung. Aber auch Holstein verpasste das 1:0, als Jana Leugers zurücklegte und Begunk rechts vorbei schoss (5.). Kiel war zu verspielt, und das Eichholzer Spiel litt unter einer hohen Fehlerquote. Das war gut und schlecht zugleich. Kurios wurde es auch, denn plötzlich sah Kiels Melissa Möller die Gelbe Karte: Sie war als sechste Spielerin aufs Feld gekommen – klassischer Wechselfehler. Holstein wirkte etwas nervös. Spätestens als Sirotzki einen Lübecker Konter einleitete und Yasemin Evci an Bendt scheiterte. Kiel stand in der 9. Minute vor einer 1-gegen-1-Situation für Samanta Carone, doch ein Handspiel im Angriff bedeutete das vierte Teamfoul und stattdessen Zehn-Meter-Strafstoß für Eichholz. Sirotzki, die in allerletzter Minute gegen Klausdorf verwandelt hatte, trat an, aber Bendt hielt und parierte auch den Nachschuss. Die Eichholzer Chancen schwanden. Bendt lenkte einen Schuss von Sirin Guetari eins gegen eins vorbei. Dafür konnte Holstein den Sack zumachen. Maike Timmermann kam über rechts und bediente Begunk mustergültig, die jedoch ihre Chance beinahe hochnäsig vergab. Eichholz ging die Zeit aus, und dann hatten sie auch noch Pech. Fast mit der Schlusssirene lief Guetari in eine Hereingabe von Begunk und lenkte sie ins eigene Tor zum letztlich schmeichelhaften Kieler Sieg, dem vierten im Turnier. Der ESV verpasste die Runde der letzten Vier, TuRa Meldorf kam als Gruppenzweiter weiter.

    Alicia Sirotzki hat die Chance zur Eichholzer Führung ...

    Alicia Sirotzki hat die Chance zur Eichholzer Führung …

    ... und scheitert an Victoria Bendt

    … und scheitert an Victoria Bendt

    Etwas später trifft Alicia Sirotzki nur die Latte

    Etwas später trifft Alicia Sirotzki nur die Latte

    Gruppe B
    Pl. Mannschaft Pkt. Tore Diff.
    1. Holstein Kiel 12 7:0 + 7
    2. TuRa Meldorf 9 7:4 + 3
    3. Eichholzer SV 6 4:4 0
    4. TSV Klausdorf 3 6:10 – 4
    5. SG EMTV/Fleckeby 0 1:7 – 6

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