• Landeshallenmeisterschaften 2015 – Spiel 1 bis 4

    Autor:  • 04.08.2015 • Hallenfußball, Schleswig-Holstein, Spielbericht, SSC Hagen Ahrensburg, SV Henstedt-Ulzburg, VfL Oldesloe

    Die Hallenlandesmeisterschaften in Schleswig-Holstein werden im Futsal ausgetragen

    Die Hallenlandesmeisterschaften in Schleswig-Holstein werden im Futsal ausgetragen

    Zum zehnten Mal ermittelte der Schleswig-Holsteinische Fußball-Verband den Hallenlandesmeister. Bis dahin waren Holstein Kiel und der FFC Oldesloe die erfolgreichsten Mannschaften gewesen, beide mit vier Turniersiegen. Zweitligist Holstein war als zweimaliger Titelträger auch dieses Jahr wieder Favorit auf den Pokal. Aber mit dem SV Henstedt-Ulzburg und TuRa Meldorf gab es immerhin schon mal zwei Regionalligisten, die den Kielerinnen den Gewinn streitig machen wollten. In der Hansehalle Lübeck wurde erstmals komplett nach Futsal-Regeln gespielt, nachdem in den Vorjahren noch Mischformen zum Einsatz kamen. Eine weitere Premiere war die Qualifikation zweier ausgeloster Hallenkreismeister. Nun waren also zusätzlich zu den besten acht Teams des Landes aus der Feldsaison auch die Kreismeister aus Stormarn und Rendsburg-Eckernförde dabei – oder besser: Der Vize aus Stormarn, denn Kreismeister SSC Hagen Ahrensburg war über die Liga qualifiziert.

    Kurz vor Anpfiff der Auftaktpartie ist Jennifer Michel die Vorfreude anzusehen

    Kurz vor Anpfiff der Auftaktpartie ist Jennifer Michel die Vorfreude anzusehen

    Spiel 1: SV Henstedt-Ulzburg – VfL Oldesloe 2:2
    Tore: 1:0 Freelandt (1.), 2:0 Freelandt (3.), 2:1 Marrocu (4.), 2:2 Engel (6.)

    Der zweite Club aus Stormarn, der VfL Oldesloe, bestritt gleich den Auftakt gegen den SV Henstedt-Ulzburg. Für den SVHU war es ein Pflichtsieg. Vielleicht nahmen sie die erste Partie auch zu leicht, denn schon nach 22 Sekunden lag die Kugel zum ersten Mal im Henstedt-Ulzburger Tor. Nina Franke schob sie quer auf Jessica Freelandt, die ohne Schwierigkeiten zum 0:1 einnetzte. Das saß, und Oldesloe legte nach. Nach knapp drei Minuten traf Jatta Aalto den langen Pfosten, Freelandt stand richtig und staubte ab. Das weckte die Wut beim Regionalligisten, der nun seine abwartende Haltung etwas aufgab. Per Solo setzte sich Maria Marrocu durch und schob Oldesloes Keeperin Jasmin Schönfeld das Runde durch die Hosenträger – 1:2 nach vier Minuten. Es war ein bunter Auftakt, der noch mehr Farbe bekam, als Schönfeld zwei Mal gegen Alina Witt rettete, auf Kosten einer Ecke, und Witt diese auf Kristin Engel brachte. Die einstige Oldesloerin vom Vierfachmeister FFC traf zum 2:2 (6.). Der VfL musste langsam dem hohen Tempo Tribut zollen, da beide nichts von Taktieren hielten. Viel sprang für HU nicht mehr heraus. Elaine Schmitt verzog nach Vorlage von Witt, und als Witt Jennifer Michel bediente, verstolperte diese aus aussichtsreicher Position. So erkämpfte sich der VfL Oldesloe ein verdientes Unentschieden.

    Das war der zweite Streich: Kila Bein-Snee beglückwünscht Torschützin Jessica Freelandt

    Das war der zweite Streich: Kila Bein-Snee beglückwünscht Torschützin Jessica Freelandt

    Maria Marrocu steht frei vor Jasmin Schönfeld ...

    Maria Marrocu steht frei vor Jasmin Schönfeld …

    ... und verkürzt auf 1:2

    … und verkürzt auf 1:2

    Luise Köstel verteidigt den Ball gegen Kristin Engel

    Luise Köstel verteidigt den Ball gegen Kristin Engel

    Spiel 2: SSC Hagen Ahrensburg – SSG Rot-Schwarz Kiel 0:0
    Tore: keine

    Schon im zweiten Spiel war auch das letzte Team aus dem Bereich der Hamburger Frauenfußball-News am Start. Der SSC Hagen Ahrensburg, als Tabellenführer der Schleswig-Holstein-Liga ein Mitfavorit um das Halbfinale, traf auf den Ligakonkurrenten Rot-Schwarz Kiel. Die Rot-Schwarzen waren in der Liga die farbloseste Truppe, mit 38 Toren in 13 Spielen fielen mit Beteiligung der SSG mit Abstand die wenigsten Tore. Und das sollte man auch in diesem Turnier feststellen. Nicht, dass sie gegen das Ahrensburger Team schlecht auftraten: Sie schafften es, sich hinten schadlos zu halten, und vorn keinen Ball zu versenken. Es war Hagens Keeperin Constanze Arnold, die in der zweiten Minute eine Chance von Solveig Petersen zunichte machte. Auf der Gegenseite scheiterte Maie Stein an Karina Köpke. Das Spiel war ausgeglichen, mit Möglichkeiten für beide: Kiels Silvia Krüger wurstelte sich durch und schoss vorbei, kurz darauf fand Jana Holla ihre Meisterin in Köpke. Der SSC präsentierte sich unkonzentriert und umständlich, hatte trotzdem in der 8. Minute die bis dahin beste Gelegenheit, als Charlotte Kuziek halbrechts lang auf Juliana Siever spielte und diese quer legte. Nur dass die mitgelaufene Kira Niemann diese 2-gegen-1-Situation nicht zum Treffer verwerten konnte. Es blieb beim 0:0, mit einer Schrecksekunde kurz vor Schluss: Bente Hansen hatte Arnold mit dem Schienbein unabsichtlich im Gesicht getroffen, und die SSC-Keeperin blutete aus einer Lippenwunde. Während sie ins Krankenhaus gebracht wurde, hielt Stein die Bude sauber und das 0:0 fest, hatte allerdings auch keine echte Chance mehr, sich auszuzeichnen.

    Maie Stein vertritt Constanze Arnold nach deren Verletzung

    Maie Stein vertritt Constanze Arnold nach deren Verletzung

    Kira Niemann steht frei vor Karina Köpke ...

    Kira Niemann steht frei vor Karina Köpke …

    ... aber die Torhüterin kann mit dem Fuß parieren

    … aber die Torhüterin kann mit dem Fuß parieren

    Gruppe A
    Pl. Mannschaft Pkt. Tore Diff.
    1. SV Henstedt-Ulzburg 1 2:2 0
    1. VfL Oldesloe 1 2:2 0
    3. SSC Hagen Ahrensburg 1 0:0 0
    3. SSG Rot-Schwarz Kiel 1 0:0 0
    5. SG Ratekau/Strand 08 0 0:0 0

    Spiel 3: TuRa Meldorf – Holstein Kiel 0:2
    Tore: 0:1 Carone (2.), 0:2 Brauer (12.)

    Den Auftakt in der Gruppe B bestritten die Teams mit der höchsten Ligazugehörigkeit, Regionalligist TuRa Meldorf und Zweitligist Holstein Kiel. Beide Mannschaften brauchten Zeit, sich zu finden, aber das gelang dem Titelverteidiger besser. In der zweiten Minute hatte Samanta Carone keine Mühe, nach einer Ablage von Jana Leugers zum 1:0 für Holstein einzuschießen. Ein Start nach Maß. Sie versuchten es weiter, aber in der 6. Minute scheiterte Carone an Meldorfs Keeperin Wienke Jensen. Sarah Begunk war die nächste, die das zweite Kieler Tor knapp verpasste. Dann aber erwachte TuRa langsam. Im Gegenzug musste Victoria Bendt einen Schuss von Birthe Bröcker abwehrten. Eine Minute später: Louisa Nöhr bediente rechts Carina Wolfgramm, die den Ball jedoch nicht an Bendt vorbei bekam. Kiel versuchte das Spiel zu entscheiden. Begunk scheiterte an Jensen, und nach Rückpass von Carone schob Emine Ibrahimi aus aussichtsreicher Position links vorbei. Doch die Hauptstädterinnen sollten ihr zweites Tor doch noch machen. Nöhr lenkte einen Querpass von Joy Strähle an den eigenen Pfosten und düpierte damit ihre eigene Keeperin, so dass Louisa Brauer abstauben konnte. Das war Pech, aber unter dem Strich war der Kieler Sieg verdient.

    Samanta Carone hat nur noch Wienke Jensen vor sich ...

    Samanta Carone hat nur noch Wienke Jensen vor sich …

    ... und bringt den Ball an der Keeperin vorbei ins Tor

    … und bringt den Ball an der Keeperin vorbei ins Tor

    Wienke Jensen wehrt einen Schuss ab ...

    Wienke Jensen wehrt einen Schuss ab …

    ... und lenkt den Ball übers Tor

    … und lenkt den Ball übers Tor

    Spiel 4: SG EMTV/Fleckeby – TSV Klausdorf 1:3
    Tore: 0:1 Liedtke (5.), 1:1 Laabs (5.), 1:2 Hein (6.), 1:3 Hein (12.)

    Dann wurde es laut in der Halle: Die SG EMTV/Fleckeby, Kreisligist und als Kreismeister aus Rendsburg-Eckernförde dabei, stieg gegen den Geheimfavoriten TSV Klausdorf ein, und der mitgebrachte Anhang machte zwölf Minuten Dauerlärm mit Klatschen und Gesang. Erstmals brandete Jubel auf, als Keeperin Bonnie Jessen einen Schuss von Selina Dittrich aus Nahdistanz abwehrte (1.). Es war nicht so, dass sich Fleckeby versteckte – es fehlte nur die Durchschlagskraft. In der vierten Minute verhinderte zum zweiten Mal eine Ungenauigkeit, dass sich eine Möglichkeit für den Außenseiter entwickeln konnte. Da war Klausdorf abgezockter. Annika Liedtke überwand Jessen aus der Drehung zum 0:1 (5.), auch wenn die Keeperin noch dran war. Wie würde Fleckeby reagieren? So: Diana Wenderoth lupfte rechts an den Strafraum auf Henrike Laabs, die das Leder vor Kathrin Fehlau aus der Luft nahm und mit der Innenseite an der Torfrau vorbei oben in die lange Ecke setzte – ein Traumtor, noch in der gleichen Minute. Doch Klausdorf antwortete prompt. Melanie Hein schob Jessen den Ball durch die Beine – 1:2 (6.). Damit sah es dann doch nicht nach einer Überraschung aus, obwohl sich Fleckeby exzellent verkaufte. Laabs verstolperte ein Zuspiel von Annika Rickert, dass den Ausgleich hätte bedeuten können. Ihr Handicap sah man vor allem in der Defensive. So sah Maylin Mahmens die erste Gelbe Karte des Turniers, und kurz danach bekam Klausdorf nach dem vierten Mannschaftsfoul des Kreisligisten einen 10-Meter-Strafstoß zugesprochen, den Liedtke links neben den Kasten setzte. Fleckeby hoffte auf den Ausgleich, kassierte aber in der letzten Minute den Knock-Out, als Melanie Hein einen 6-Meter-Strafstoß verwandelte. Trotzdem schlug sich der Underdog überraschend gut und setzte ein Achtungszeichen in dieser Gruppe.

    Annika Rickert spielt gegen Annika Liedtke nach vorn

    Annika Rickert spielt gegen Annika Liedtke nach vorn

    Annika Liedtke tritt zum Zehnmeter an ...

    Annika Liedtke tritt zum Zehnmeter an …

    ... aber der Schuss geht links am Tor vorbei

    … aber der Schuss geht links am Tor vorbei

     
    Pl. Mannschaft Pkt. Tore Diff.
    1. TSV Klausdorf 3 3:1 + 2
    2. Holstein Kiel 3 2:0 + 2
    3. Eichholzer SV 0 0:0 0
    4. SG EMTV/Fleckeby 0 1:3 – 2
    5. TuRa Meldorf 0 0:2 – 2

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