• Landeshallenmeisterschaften 2015 – Endspiele

    Autor:  • 04.08.2015 • Hallenfußball, Schleswig-Holstein, Spielbericht, SSC Hagen Ahrensburg, SV Henstedt-Ulzburg, VfL Oldesloe

    Die Kielerinnen freuen sich über die Titelverteidigung

    Die Kielerinnen freuen sich über die Titelverteidigung

    Nach zwanzigfachem Vorgeplänkel ging es jetzt also ans Eingemachte. Im ersten Halbfinale trafen die Regionalligisten SV Henstedt-Ulzburg und TuRa Meldorf aufeinander. Das zweite Semifinale bestritten Holstein Kiel und der SSC Hagen Ahrensburg. Wenn es eine Lehre aus der Vorrunde gab, dann die, dass das Duell HU gegen TuRa völlig offen war. Neun Punkte für Meldorf gaben ein deutliches Bild ab. Dagegen war klar: Der SSC Hagen würde gegen Holstein Kiel klarer Außenseiter sein, wie schon beim 0:3 im Finale 2013.

    Der SV Henstedt-Ulzburg und TuRa Meldorf vor dem Sechsmeterschießen

    Der SV Henstedt-Ulzburg und TuRa Meldorf vor dem Sechsmeterschießen

    1. Halbfinale: SV Henstedt-Ulzburg – TuRa Meldorf 0:0, 1:1 (8:9 n. S.)
    Tore: 0:1 von Drathen (14.), 1:1 Michel (17.)
    6m-Shootout: 2:1 Weech, 2:2 von Drathen, 3:2 Michel, 3:3 Nöhr, 4:3 Marrocu, 4:4 Wolfgramm, 5:4 Weech, 5:5 von Drathen, 6:5 Michel, 6:6 Nöhr, 7:6 Marrocu, 7:7 Wolfgramm, 8:7 Weech, 8:8 von Drathen, 8:8 Michel verschießt, 8:9 Nöhr

    Nach Platz zwei im Vorjahr wollte der SVHU erneut ins Endspiel einziehen. Dummerweise hatte ihr Gegner, der Zweite der Gruppe B, TuRa Meldorf, das gleiche Ziel. Nur das Auftaktspiel gegen Holstein Kiel hatten die Dithmarscherinnen verloren, danach drei Siege eingefahren. Es würde ein Spiel auf Augenhöhe werden. Schon nach 15 Sekunden prüfte Lina Kunrath die Meldorfer Torhüterin Wienke Jensen, die hielt stark. Auf der Gegenseite wischte Julia Prosch einen Abschluss von Lisa Ehlers über die Latte, nachdem TuRa über Birthe Bröcker und Vanessa Voß gekontert hatte. Die Begegnung war tatsächlich wie erwartet ausgeglichen. Nach sechs Minuten gab es nach unzulässigem Rückpass auf Prosch einen Freistoß für TuRa, Louisa Nöhr jagte die Kugel in die Mauer. Jetzt war wieder Henstedt-Ulzburg dran, sie konterten über Kristin Engel und Michelle von Appen, die erneut Engel anspielte. Die aber traf den Ball nur mit der Hacke und vergab aus vier Metern die Führung (7.). HU erspielte sich leichte Vorteile. Nach Ablage von Alina Witt verzog Maria Marrocu, dann hielt Jensen nach einem Solo von Witt. Kurz darauf hatte Bröcker Glück: Von hinten senste sie Bianca Weech in die Beine und sah nur Gelb. Die letzte Szene hatte Marrocu, wieder parierte Jensen (11.). Und dann war die reguläre Spielzeit um.

    Lisa Ehlers steht vor Julia Prosch frei ...

    Lisa Ehlers steht vor Julia Prosch frei …

    ... aber die Schlussfrau des SVHU hält

    … aber die Schlussfrau des SVHU hält

    Kristin Engel steht blank vor dem Meldorfer Tor ...

    Kristin Engel steht blank vor dem Meldorfer Tor …

    ... aber Wienke Jensen muss nicht eingreifen

    … aber Wienke Jensen muss nicht eingreifen

    Es ging in eine fünfminütige Verlängerung. Die startete turbulent. Erst vertändelte von Appen den Ball, Gesa von Drathen zog halbrechts weg und schob am langen Pfosten vorbei. Auf der anderen Seite gab es Zehnmeter. Engel trat wuchtig an, aber Jensen war abermals auf dem Posten. Daraus entwickelte sich ein Konter Meldorfs. Nöhr bediente von Drathen, und die schob zum 0:1 ein (14.). Jetzt war der SVHU unter Druck. Aber sie verkrampften, fanden keinen Weg zum Tor. Bis zur Schlussminute. Erneut gab es Zehnmeter. Dieses Mal war Witt die Schützin. Sie zielte auf die rechte Ecke halbhoch, aber wieder riss Jensen die Hände rechtzeitig hoch und lenkte den Schuss am Tor vorbei. Meldorf konterte, von Drathen bediente Carina Wolfgramm, die frei vor Prosch stand, die aber wehrte mit dem Fuß ab. Den vorletzten Angriff hatte der SV Henstedt-Ulzburg per Konter: Halbrechts ging der Ball auf Jennifer Michel, und als sie aus sechs Metern abzog, hatte Jensen die kurze Ecke offen gelassen. Unter dem Knie rauschte die Kugel hindurch – der umjubelte Ausgleich 25 Sekunden vor dem Ende.

    Louisa Nöhr wird von Lina Kunrath angegangen

    Louisa Nöhr wird von Lina Kunrath angegangen

    Jennifer Michel zieht kurz vor Ende der Verlängerung ab ...

    Jennifer Michel zieht kurz vor Ende der Verlängerung ab …

    ... und erzielt 25 Sekunden vor dem Ende den Ausgleich

    … und erzielt 25 Sekunden vor dem Ende den Ausgleich

    1:1 – es ging ins Sechsmeterschießen. Drei Schützinnen pro Team, immer abwechselnd. Weech zum 2:1, von Drathen zum 2:2, Michel zum 3:2, Nöhr zum 3:3, Marrocu zum 4:3, Wolfgramm zum 4:4, Weech zum 5:4, von Drathen zum 5:5, Michel zum 6:5, Nöhr zum 6:6, Marrocu mit dem 7:6 – bis dahin hatten die Keeperinnen Wienke Jensen und Julia Prosch keine Chance. Dann kam Wolfgramm zum zweiten Mal, mit dem Schienbein war Prosch dran – aber der Ball schlug oben links im Winkel ein, 7:7. Weech humorlos zum 8:7, Nöhr hoch zum 8:8, es ging so weiter. Danach wieder Michel – doch ihren flachen, mittigen Schuss wehrte Jensen mit den Beinen ab! Wenn Nöhr traf, blieb HU nur das „kleine Finale“. Nöhr schoss unten rechts – drin, 8:9, TuRa Meldorf stand im Finale.

    Die Entscheidung: Jennifer Michel tritt zum Sechsmeter an ...

    Die Entscheidung: Jennifer Michel tritt zum Sechsmeter an …

    ... aber Wienke Jensen wehrt mit den Beinen ab

    … aber Wienke Jensen wehrt mit den Beinen ab

    Louisa Nöhr kann gegen Julia Prosch die Entscheidung für Meldorf herbeiführen ...

    Louisa Nöhr kann gegen Julia Prosch die Entscheidung für Meldorf herbeiführen …

    ... und das gelingt ihr auch - 9:8, TuRa steht im Finale

    … und das gelingt ihr auch – 9:8, TuRa steht im Finale

    2. Halbfinale: Holstein Kiel – SSC Hagen Ahrensburg 2:0
    Tore: 1:0 Timmermann (8.), 2:0 Leugers (12., 6m)

    Anders als im ersten Semifinale war hier die Favoritenrolle klar beim Regionalliga-Tabellenführer. Der hatte sich bisher keine Blöße gegeben: 12 Punkte, 7:0 Tore. Schon in der ersten Minute traf Kiels Samanta Carone den Pfosten. Holstein ließ den Ball laufen, war aber nicht so überlegen, wie man es hätte denken können. Zu klaren Tormöglichkeiten reichte es für den SSC Hagen jedoch nicht. Stattdessen verzog Melissa Möller per Direktabnahme nur knapp (4.). Eine Minute später lenkte Constanze Arnold im SSC-Tor einen Distanzschuss von Emine Ibrahimi an die Latte. Kurz darauf fast ein Eigentor von Kira Niemann, die einen Querpass von Maj Sandmann auf Maike Timmermann unterband und die Kugel ans Lattenkreuz bugsierte. Nach acht Minuten war es aber passiert: Timmermann traf aus spitzem Winkel durch die Beine von Arnold zum 1:0, nachdem kurz vorher Lisa Stein-Schomburg auf Victoria Bendt gezielt hatte. Holstein machte das jetzt souverän. Jana Leugers passte beim Konter gegen Niemann quer, Carone war völlig frei – und schoss über das Tor (11.). Die Entscheidung war vertagt. Nach Grätsche von Jana Holla bekam Kiel einen Sechsmeter zugesprochen. Leugers trat an, kloppte die Kugel humorlos hoch in die Mitte, erhöhte auf 2:0 und brachte den Titelaspiranten ins Endspiel. Mehr war für die Ahrensburgerinnen einfach nicht möglich gewesen.

    Kira Niemann versucht, den Querpass vor der freistehenden Maike Timmermann zu unterbinden ...

    Kira Niemann versucht, den Querpass vor der freistehenden Maike Timmermann zu unterbinden …

    ... und trifft das Lattenkreuz des eigenen Tores

    … und trifft das Lattenkreuz des eigenen Tores

    Jana Leugers schießt den Sechs-Meter-Strafstoß ...

    Jana Leugers schießt den Sechs-Meter-Strafstoß …

    ... und sorgt für die Entscheidung

    … und sorgt für die Entscheidung

    Spiel um Platz 3: SV Henstedt-Ulzburg – SSC Hagen Ahrensburg 2:1
    Tore: 1:0 Witt (3.), 2:0 Engel (6.), 2:1 Niemann (12.)

    So hatte sich das der Korrespondent nicht erhofft: Zwei Teams aus dem HFFN-Bereich nur im kleinen Finale. Die erste Chance hatte Engel, Arnold lenkte den Schuss vorbei. In der dritten Minute machte es Witt besser. Nach Zuspiel von Engel schob sie die Kugel direkt an Arnold vorbei ins Tor zur Führung. Und die hatte eine Minute später noch Bestand, weil Berith Voigt eine Klasseparade zeigte: Stein-Schomburg legte gegen Elaine Schmitt quer, Holla schlenzte auf die lange Ecke – und Voigt kratzte das Ding fliegend aus dem Eck (4.). Die nächste Chance erspielte sich der SSC Hagen über Charlotte Kuziek, die Stein-Schomburg freispielte, aber die Stürmerin vergab freistehend gegen Voigt. In dieser Szene merkte man die Müdigkeit im Ahrensburger Team, die Beine waren schon schwer. Das rächte sich, im Gegenzug setzte von Appen Engel in Szene, und die schob den Ball flach an Arnold vorbei ins Tor zum 2:0. Ahrensburg versuchte zu antworten. In der 8. Minute wurde eine Möglichkeit toll herausgespielt, aber Holla schob rechts vorbei. HU hätte andererseits auf 3:0 erhöhen können, aber Marrocu verzog nach Pass von Witt, scheiterte etwas später an Arnold. Doch der SSC, der in diesem Spiel ohne Maie Stein auskommen musste, kam nochmal. Kuziek bediente S14 quer, aber die traf nur das Außennetz (10.). Erst in der Schlussminute gab es den Ehrentreffer. Niemann verkürzte auf 1:2, zum Ausgleich reichte die Zeit nicht mehr. Platz 3 ging also an den SVHU.

    Jana Hollas Schlenzer fliegt aufs Henstedt-Ulzburger Tor ...

    Jana Hollas Schlenzer fliegt aufs Henstedt-Ulzburger Tor …

    ... und Berith Voigt klatscht die Kugel aus dem Winkel

    … und Berith Voigt klatscht die Kugel aus dem Winkel

    Jana Holla kommt gegen Kristin Engel zu spät ...

    Jana Holla kommt gegen Kristin Engel zu spät …

    ... und die lässt Constanze Arnold keine Abwehrchance

    … und die lässt Constanze Arnold keine Abwehrchance

    Endspiel: TuRa Meldorf – Holstein Kiel 0:4
    Tore: 0:1 Ibrahimi (2.), 0:2 Carone (4.), 0:3 Begunk (7.), 0:4 Carone (9.)

    Das Endspiel wurde eine klare Angelegenheit. Nach 61 Sekunden schloss Sarah Begunk ein Solo mit einem Flachschuss ab, Jensen parierte. Nach einem Einkick von Möller stand Ibrahimi frei und netzte zum 0:1 in die lange Ecke. Zwei Minuten später bediente Joy Strähle ihre Teamkollegin Carone, die traf aus Nahdistanz zum 0:2. Nach sieben Minuten zog Begunk erneut allein los, und dieses Mal fand der Ball den Weg ins Netz zum 0:3. Es war deutlich ein Klassenunterschied zwischen zweiter und dritter Liga erkennbar, spielerisch wie konditionell. Nach acht Minuten konnte Jensen mal parieren und einen Treffer von Leugers verhindern. Aber dann spielte Holstein das vierte Tor wieder schön heraus: Leugers legte mit der Hacke zurück, in der Mitte stand Carone zehn Meter vor dem Tor frei, schob auf die kurze Ecke, und Jensen konnte den Ball nicht entscheidend abwehren (9.). Den Rest spielte Holstein Kiel locker runter, von einem Außennetz-Treffer von Begunk per Hacke in der 11. Minute abgesehen.

    Sarah Begunk zieht ab ...

    Sarah Begunk zieht ab …

    ... aber Wienke Jensen ist blitzartig unten und kratzt die Kugel raus

    … aber Wienke Jensen ist blitzartig unten und kratzt die Kugel raus

    Samanta Carone schießt nach der Vorlage direkt ...

    Samanta Carone schießt nach der Vorlage direkt …

    ... und netzt an der machtlosen Wienke Jensen vorbei ein

    … und netzt an der machtlosen Wienke Jensen vorbei ein

    Fazit

    Holstein Kiel wurde ausgesprochen souverän mit sechs Siegen und 13:0 Toren zum dritten Mal schleswig-holsteinischer Hallenlandesmeister. Vor allem in der K.O.-Runde bewiesen sie deutliche Reserven und im Finale einen deutlichen Klassenunterschied, über das Turnier gesehen aber weniger glanzvoll als sachlich-nüchtern. Mühe hatten sie nur in den Vorrundenspielen gegen Fleckeby und Eichholz, wobei Letztere aufopferungsvoll um das Semifinale kämpften und der Kieler Sieg auf einem Eigentor beruhte. TuRa Meldorf erreichte verdient das Finale, hatte dort aber keine Chance.

    Drei gute Spiele reichten dem SV Henstedt-Ulzburg nicht für den Einzug ins Endspiel. Vor allem zum Turnierbeginn schien der Regionalligist keine rechte Einstellung zu finden. Auch in der Vorschlussrunde offenbarten sie eklatante Schwächen und retteten sich mit Mühe in den Sechs-Meter-Shootout, in dem mit Jennifer Michel letztlich ausgerechnet die Spielerin patzte, die HU kurz vor Schluss überhaupt in dieses Glücksspiel gebracht hatte. Es waren trotz der zehn erzielten Tore ausgerechnet die viel beachteten Offensivspielerinnen wie Alina Witt und eben Michel, die wenig aus ihren Möglichkeiten machten.

    Bianca Weech bei der Ehrung des Drittplatzierten

    Bianca Weech bei der Ehrung des Drittplatzierten

    Die Stormarner Teams konnten durchaus zufrieden sein mit ihrem Abschneiden. Mit gerade einmal vier Treffern kamen die Ahrensburgerinnen eine Runde weiter, dank der Hilfe des Kreisrivalen. Allerdings blieb auch die Offensive des SSC hinter den Erwartungen zurück, was sicher auch daran lag, dass Edeltechnikerin Charlotte Kuziek vornehmlich defensiv eingesetzt wurde und demzufolge auch keinen einzigen Treffer verbuchte. Letztlich war das aber zu wenig, um Holstein Kiel und den SV Henstedt-Ulzburg besiegen zu können. Für den „Steigbügelhalter“ VfL Oldesloe, der den Ahrensburger Einzug in die Vorschlussrunde überhaupt erst möglich machte, war es ein guter Auftritt, auch wenn der erhoffte Sieg nicht dabei heraussprang, weil die Ex-Oldesloerin Gianna Nicoleit – aus dem damaligen FFC-Zweitligakader – im letzten Spiel kurz vor Schluss egalisierte. Immerhin hatte der VfL dem hoch eingeschätzten SVHU die Grenzen aufgezeigt und ihn am Rande einer Blamage gehabt. Auch gegen Rot-Schwarz Kiel, das einzige Team im Turnier, das überhaupt kein Tor schoss, war überraschend mehr drin gewesen. Zwei Punkte mehr aus dieser Begegnung, und Oldesloe hätte gegen Ratekau um das Halbfinale gespielt! Und das ist etwas, womit keiner gerechnet hätte.

    Jatta Aalto vom VfL Oldesloe

    Jatta Aalto vom VfL Oldesloe

    Eine Enttäuschung hingegen erlebten die SG Ratekau-Strand 08 und vor allem der TSV Klausdorf, eigentlich ein Team von Hallenspezialisten. Insgesamt war Klausdorf trotz sechs Toren aber zu harmlos, ein 3:1 gegen den Kreisligisten Fleckeby war einfach zu wenig in einer Gruppe mit Holstein Kiel und TuRa Meldorf. Der Außenseiter SG EMTV/Fleckeby verkaufte sich trotz 1:7 Toren und 0 Punkten nicht übel, präsentierte sich kämpferisch und erzielte gegen Klausdorf in Person von Henrike Laabs das Tor des Tages.

    In ihrer Ansprache vor der Siegerehrung freute sich Sabine Mammitzsch, Vorsitzende des SHFV-Frauen- und Mädchenausschusses, über die Torausbeute. Dafür, dass es immer heißt, im Futsal fielen keine Tore, seien 51 Treffer eine gute Ausbeute. Allerdings: Bei 24 Spielen sind das 2,1 Tore pro Spiel, im Schnitt fiel ein Tor alle 5 Minuten und 45 Sekunden. Zum Vergleich: Beim Hamburger Hallenmasters fielen 51 Tore (aus dem Spiel heraus) in 15 Partien zu je 15 Minuten, das sind 3,4 Tore pro Partie und ein Tor alle 4 Minuten und 30 Sekunden. Die härtere Regelauslegung, die dem Futsal eigen ist, führte auch nicht zu weniger Verletzungen als das Hamburger Turnier, das wohl auch letztmalig mit Bande und großen Toren durchgeführt wurde. Im Gegenteil: Gab es in Hamburg nicht eine Zeitstrafe, führten Fouls zu sechs Gelben Karten, wobei man beim Einsteigen von Meldorfs Birthe Bröcker im Halbfinale gegen Bianca Weech von hinten wegen der Art der Attacke durchaus eine andere Maßnahme hätte ergreifen können. Auch der Spielfluss war oft zerfahrener. Was SHFV-Präsident Hans Ludwig Meyer jedoch durchaus zurecht lobte, war die Spielart der Teams, die durchaus auch Kabinettstückchen einbauten. Allerdings war das Turnier auch von der Stärke her mit einem Kreisligisten und einem Zweitligisten wesentlich heterogener aufgebaut.

    Sabine Mammitzsch vom SHFV bei der Ansprache vor der Siegerehrung

    Sabine Mammitzsch vom SHFV bei der Ansprache vor der Siegerehrung

    Eine Überraschung barg die Wahl der Torhüterin des Turniers: Zu dieser wählten die Vereinstrainer und Pressevertreter Bonnie Jessen von der SG EMTV/Fleckeby, die ihr Glück gar nicht fassen konnte. Etwas absehbarer war die Ernennung von Sirin Guetari vom Eichholzer SV zur besten Spielerin. Beste Torschützin war Samanta Carone mit vier Treffern, die mit einem Doppelpack im letzten Spiel an Klausdorfs Melanie Hein und Oldesloes Jessica Freelandt vorbeizog. Alle drei wurden beglückwünscht von Frank Schumacher, Vorstand des Hauptsponsors Sparkasse zu Lübeck, der in seiner aktiven Zeit als FIFA-Schiedsrichter-Assistent von Hartmut Strampe, Bernd Heynemann, Hellmut Krug und Wolfgang Stark in Bundesliga (u. a. beim Skandalspiel zwischen dem 1. FC Nürnberg und FC Schalke 04 im Jahr 2001), WM-Qualifikation (2002, Aserbaidschan gegen Moldawien; Stark zeigte einmal Rot und zwei Mal Gelb-Rot) und Champions League (2000/2001, Besiktas Istanbul gegen Inter Mailand) aktiv war.

    Bonnie Jessen (SG EMTV/Fleckeby) wird als beste Torhüterin ausgezeichnet

    Bonnie Jessen (SG EMTV/Fleckeby) wird als beste Torhüterin ausgezeichnet

    Sirin Guetari (Eichholzer SV) nimmt die Auszeichnung zur besten Spielerin entgegen

    Sirin Guetari (Eichholzer SV) nimmt die Auszeichnung zur besten Spielerin entgegen

    Klassement
    1. Holstein Kiel
    2. TuRa Meldorf
    3. SV Henstedt-Ulzburg
    4. SSC Hagen Ahrensburg
    5. Eichholzer SV
    6. SG Ratekau-Strand 08
    7. VfL Oldesloe
    8. SSG Rot-Schwarz Kiel
    9. TSV Klausdorf
    10. SG EMTV/Fleckeby

    Auszeichnungen:
    Torschützinkönigin: Samanta Carone (Holstein Kiel, 4 Tore)
    Beste Torhüterin: Bonnie Jessen (SG EMTV/Fleckeby)
    Beste Spielerin: Sirin Guetari (Eichholzer SV)

    Jana Leugers bei der Pokalübergabe

    Jana Leugers bei der Pokalübergabe

    Kieler La Ola mit Pokal ...

    Kieler La Ola mit Pokal …

    ... und der Tanz um die Trophäe

    … und der Tanz um die Trophäe

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