• HU und Bergedorf in Runde zwei

    Autor:  • 22.08.2016 • Bergedorf 85, DFB-Pokal, Nachrichten, SV Henstedt-Ulzburg

    DFB-PokalGroße Erleichterung für den SV Henstedt-Ulzburg: Im vierten Anlauf schaffte es der Zweitligist erstmals in die zweite Runde des DFB-Pokals. Gleichzeitig gelang gegen den Herforder SV der erste Sieg im dritten Aufeinandertreffen. Vorn stürmte Melena Lux, in der Abwehr stand rechts draußen mit Tomke Dziesiaty einer von zwei Neuzugängen in der Startelf, der andere war Laura Vetter auf dem linken Flügel. Ihre Vorgängerin Sarah Stöckmann war in die Doppelsechs neben Maria Marrocu gerutscht. Alina Witt fehlte – ihre Spielberechtigung war noch nicht durch.

    Und doch begann das Spiel für den SV Henstedt-Ulzburg besser als erträumt: Nach fünf Minuten schickte Vera Homp im Zentrum Michelle Hille, die zum 1:0 einschob. Leider hielt das nicht lange: Nach einem langen Ball von Oliwia Wos aus der eigenen Hälfte vollendete Jessy Atila zum 1:1 nach nur acht Minuten. So ging das auch im Dezember beim 5:6 zwischen den beiden los: Stöckmann traf damals in der 7., Lea Althof in der 9. Minute. Weiter ging es da mit dem 1:2, 2:2, 2:3, 3:3, 3:4, 4:4, 5:4, 5:5, 5:6. Nicht an diesem Tag. Homp hätte das schon nach zwölf Minuten durchkreuzen können, als Hille im Strafraum von Althof gelegt wurde. Aber den Elfmeter schoss sie schwach genug, dass Herfords neue Keeperin Kira Klemmer abwehren konnte, und dann schob sie den Abpraller aus fünf Metern am leeren Tor vorbei! Beide Teams lieferten sich einen Schlagabtausch. Erst schoss Nina Neumann links am Kasten von Bianca Weech vorbei, auf der Gegenseite lief Homp allein auf Klemmer zu und vergab, und dann verzog wieder auf der anderen Seite Giustina Ronzetti. Und das alles in den ersten 20 Minuten. Danach wurde es ruhiger, und prompt gelang dem SVHU nach vorn nix mehr. Einmal hatten sie sogar Glück, dass Schiedsrichterin Josefin Reinsch einen Herforder Treffer von Ronzetti wegen Fouls an Jennifer Michel nicht anerkannte.

    Erst in der 57. Minute gab HU wieder einen Schuss auf das Herforder Tor ab, Stöckmanns Freistoß wurde aber gehalten. Eine Minute später aber erwischten sie Herford im Tiefschlaf, Vetter marschierte über links, flankte auf Lux, die unbedrängt volley zum 2:1 in die Maschen traf. Herford erwachte und reagierte sofort mit wütenden Angriffen, die aber harmlos blieben. In der 72. Minute musste stattdessen Althof einen Schuss von Homp aus spitzem Winkel von der Linie kratzen. HU war dem dritten Tor näher, und Vetter setzte mit ihrer letzten Aktion vor der Auswechslung einen Heber über die Latte, den einige Fans schon drin gesehen hatten. Ein Solo brachte die Entscheidung. Lux zog an der Mittellinie los durch die Herforder Reihen, war nicht aufzuhalten, stand vor Klemmer und schob eiskalt zum 3:1 ein (79.). Die gefährlichste Herforder Szene hatte noch die eingewechselte Pia Salzmann, die nach einer von Weech abgewehrten Ecke den Außenpfosten traf. Der Außenpfosten rettete auch nochmal für Herford bei einem Schuss von Homp, der SVHU setzte nach, doch die eingewechselte Christin Meyer brachte ihren Kopfball nach zielgenauer Flanke der eingewechselten Busem Seker nicht im Kasten unter, und so blieb es beim verdienten 3:1-Sieg.

    Mit zwei Toren Unterschied setzte sich auch der Hamburger Pokalsieger FC Bergedorf 85 durch. Die Mannschaft von Jerko Vidovic setzte sich gegen die SG Blau-Weiß Beelitz mit 2:0 durch. Die Tore fielen früh. Das 1:0 erzielte Neuzugang Larissa Holland in der 3. Minute. In der 10. Minute erhöhte Fabienne Stejskal zum 2:0-Endstand. Bergedorf ließ nichts mehr anbrennen, obwohl sie mit Marcia Lübbe nur eine Ersatzspielerin zur Verfügung hatten, und zogen in Runde zwei ein. Etwas leichter tat sich beim Weiterkommen der BV Cloppenburg. Obwohl Union Berlin, Gast beim Bramfelder SV am kommenden Sonntag beim Saisonauftakt in der 2. Bundesliga, durch Dina Orschmann früh in Führung ging (8.), drehten Lisa Josten (23.) und Eve Chandraratne per Elfmeter (26.) die Partie zur Pause. Josten (74.), Janine Angrick (79.), Katarina Kolar (85.) und Jalila Dalaf (89.) machten es am Ende noch deutlich. Ausgeschieden ist dagegen der Bremer Vertreter SC Weyhe. Die Bremerinnen verloren beim 1.FFC Fortuna Dresden mit 0:2. Julia Schuster (20.) und Katharina Zippack (60.) schossen den Nordost-Regionalligisten in die nächste Runde. Das Ost-Duell zwischen dem TSV Sundhausen und dem Magdeburger FFC ging an den ehemaligen Zweitligisten aus der Gästekabine. Theresa Weiß (45., 57.), Natalie Grenz (61.) und Nina Schuster (84.) brachten die Sachsen-Anhaltinerinnen in Runde zwei.

    Da wäre auch gern der SV Meppen, doch beim FSV Gütersloh verspielten sie eine 2:0-Führung, die Pia Gieseke in der 18. und 45. Minute vorgelegt hatte. Pia Lange verkürzte in der 71. Minute auf 1:2, und kurz vor Schluss glich Gütersloh durch Svenja Hörenbaum noch aus. Nach torloser Verlängerung ging es ins Elfmeterschießen, Alisa Ostwald fischte den zweiten Versuch raus, während alle Gütersloherinnen verwandelten. 7:5 hieß es in der Addition für den FSV. Somit ist NFV-Doublesieger Union Meppen einziger Meppener Club in Runde zwei. Der Oberligist schlug Regionalligist 1. FC Neubrandenburg mit 3:1 in einem Spiel, bei dem Christin Gomes da Silva vom 1. FFC Wilhelmsburg und Kristina Nicolai von Duwo 08 als Schiedsrichterassistentinnen im Einsatz waren. Anja Wagner erzielte das 0:1 in Minute 13, doch drei Minuten vor dem Seitenwechsel egalisierte Silke Gößling. Yvonne Wolters schoss in der 68. Minute das 2:1 für Union, und als Neubrandenburg zum Öffnen gezwungen war, war Wolters in der Nachspielzeit erneut zur Stelle. In die Gruppe ausgeschiedener Regionalligisten reihte sich auch Zweitligaabsteiger FFV Leipzig ein, der bei Arminia Ibbenbüren aus der Westfalenliga mit 1:5 verlor. Anne Schrameyer (11.) und Leipzigs Elisabetta Meneghin (32.) per Eigentor stellten zur Pause auf 2:0. Nach dem 3:0 durch Melissa Steffen konnte Christin Janitzki verkürzen (53.), aber die zweifache U19-Europameisterin Nathalie Bock (61.) und Marie Mikosch (84.) machten alles klar.

    Im Südtopf zog Bayer Leverkusen mit einem 4:0 beim 1. FFC Niederkirchen in die nächste Runde ein. Merle Barth per Strafstoß, Nina Ehegötz, Marina Hegering und Melissa Friedrich trafen für das Team von Ex-HSVerin Jessica Wich und Ex-Oldesloerin Rachel Rinast. Der Bundesliga-Aufsteiger Borussia Mönchengladbach gab sich beim Karlsruher SC keine Blöße und siegte mit 5:1. Nadja Pfeiffer per Elfmeter, Kerstin Bogenschütz und nochmal Pfeiffer tüteten zur Pause alles ein, ein Eigentor von Lisa-Marei Halm und noch ein Elfer von Pfeiffer ließen keine Zweifel offen. Zwischenzeitlich verkürzte Maria Zomant auf 1:4. Bundesliga-Absteiger 1. FC Köln dagegen ist raus. Karoline Kohr (39.) und Carolin Schraa (45.) drehten ein 0:1 für den TSV Schott Mainz durch Marleen Schimmer (23.). Nach dem Ausgleich von Samantha Herrmann (46.) schoss Kohr den FC zwei Minuten später wieder in Front. Meike Weber verwandelte vom Elfmeterpunkt nach 55 Minuten zum 3:3. Als Köln auf die Verlängerung hoffte, schlug Schimmer mit dem 3:4 zu (88.), und die Kölnerinnen waren draußen.

    Ein Gefühl, das für Ex-HUlerin Elaine Schmitt nicht neu ist. Und dennoch dürfte das 0:8 ihrer Alemannia Aachen gegen den VfL Sindelfingen harte Kost gewesen sein. Kristin Kögel traf dreifach, Anja Selensky und Stefanie Grimm jeweils doppelt und dazu Nadine Rolser. Schon zur Pause stand es 0:4. Schmidt musste nach der ersten Halbzeit für Anne Schüller weichen. Laila Auerochs, einst in Diensten Holstein Kiels, ging es mit dem 1. FC Nürnberg nur bedingt besser. Die Clubberinnen unterlagen dem 1. FC Saarbrücken mit 1:2. Leonie Vogel machte es eine Viertelstunde vor Schluss nochmal spannend, nachdem Viktoria Szabo und Lisa Mayer für den Ex-Erstligisten von der Saar getroffen hatten. Ex-Bayern-Spielerin Christina Schellenberg hielt beim SV Weinberg auswärts in Siegelbach nochmal die Knochen hin, obwohl sie eigentlich dem Team als Trainerin vorsteht. Das war gut so, sie erzielte nach 67 Minute das 1:0 für den Zweitligisten, für den Mona Schomber in der 90. Minute mit dem 0:2-Endstand den Sack zumachte.

    Das Duell zweiter Teams aus der Regionalliga Süd entschied der 1. FC Riegelsberg gegen Ex-Zweitligist ETSV Würzburg für sich. 3:0 hieß es am Ende durch Tore von Vivien Poertner, Cindy Hugel und Alessia Jochum. Mehr Gegenwehr leistete Hessenligist TSG Neu-Isenburg beim 1:2 gegen Zweitligist TSV Crailsheim. Die Gäste führten zur Pause durch Treffer von Luisa Scheidel und Lisa Wich mit 2:0, in der 66. Minute verkürzte Sabrina Frank, doch dabei blieb es, die Überraschung blieb aus. Das gilt auch für die Sportfreunde Ippendorf aus der Mittelrheinliga gegen Regionalligist SG 99 Andernach. Der höherklassige Stümper-Club setzte sich 4:1 durch. Das 0:1 schoss Jasmin Stümper in der ersten Minute, nach Jana Sebastians 0:2 ließ Isabelle Stümper noch das 0:3 (53.) und 0:4 (59.) folgen. Das 1:4 durch Stephanie Möseler konnte Andernachs Trainer Karl-Peter Stümper dann auch nicht mehr ärgern. Knapper war die Angelegenheit zwischen West-Regionalligist Borussia Bocholt und Süd-Regionalligist Hegauer FV. Die Tore beim 1:2 fielen in Halbzeit zwei. Den Anfang machte Alina Stallmann mit dem 1:0 für Bocholt (47.), das Eve Schmidt nach 56 Minuten egalisierte. Den Siegtreffer für Hegau besorgte Luisa Radice nach 67 Minuten.

    Die zweite Pokalrunde steigt am 8. und 9. Oktober. Dann steigen auch die verbleibenden acht Bundesligisten in den Wettbewerb ein. Gelost wird höchstwahrscheinlich wieder in Nord- und Südtopf. Dem Nordtopf dürften neben dem Bramfelder SV, SV Henstedt-Ulzburg und Bergedorf 85 auch Arminia Bielefeld, Werder Bremen, Blau-Weiß Hohen Neuendorf, BV Cloppenburg, 1. FFC Fortuna Dresden, Magdeburger FFC, Union Meppen, Arminia Ibbenbüren, FSV Gütersloh, Turbine Potsdam, VfL Wolfsburg, USV Jena und die SGS Essen angehören.

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