• Hin und her mit Auf und Ab

    Autor:  • 05.05.2017 • Editorial

    Fuxi, EditorialDie ersten Entscheidungen sind gefallen, an den kommenden drei Wochenenden geht es jetzt Schlag auf Schlag. Den Anfang machten – sieht man mal vom Bergedorfer Regionalliga-Rückzug, dem Ausscheiden Duwos mangels Unterbau und einigen unterklassigen Aufgaben ab – der ETV mit dem Wiederaufstieg in die Verbandsliga und der Niendorfer TSV mit dem Abstieg aus derselben. Aber, wie jede Saison, es gibt natürlich Fragen, was wann wie passieren könnte. Heißt für mich: Unklarheiten mit dem Verband klären und zusammenfassen.

    Eine Kernfrage lautete: Was ist eigentlich mit Bergedorf 85? Steigen die in die Verbandsliga ab, müssen dann vielleicht vier Teams absteigen, darf Bergedorfs Zweite aufsteigen? Das ist wohl die beruhigendste Nachricht für das gesamte Verbandsliga-Mittelfeld: Bergedorf ist gestrichen, und damit halten alle ab Platz neun aufwärts die Klasse. In der kommenden Saison wird die Noch-Zweite zur Ersten, und eine neue Zweite könnte höchstens in der Kreisliga gemeldet werden. Das bedeutet, es gibt regulär zwei Absteiger aus der höchsten Spielklasse. Aktuell wäre das neben dem NTSV noch Grün-Weiß Eimsbüttel. Abgesehen vom knappen Vorsprung von zwei Punkten ist BU aber keinesfalls sicher, denn Duwo kommt aus der Regionalliga runter. Also sind es drei Absteiger – es sei denn, der Hamburger Vertreter gewinnt die am 28. Mai beginnende Aufstiegsrunde zur Regionalliga gegen den TuS Schwachhausen aus Bremen – Tabellenführer SC Weyhe mangelt es am Unterbau – und den Vertreter Schleswig-Holsteins. Dann bliebe der Zehnte, also BU oder GWE, in der Liga. Wenn sich denn in Schleswig-Holstein ein Gegner findet. Der ist ebenso unklar, da dem TSV Ratekau die zweite Mannschaft fehlt, der SV Henstedt-Ulzburg II. am Klassenerhalt der Ersten in Liga zwei hängt, der TSV Klausdorf bei den B-Mädchen nur eine Neuner-Mannschaft stellt  (eine Elfer ist für die dritte Liga vorgeschrieben), und ob TuRa Meldorf oder der VfB Schuby (dessen Juniorinnen in einer Spielgemeinschaft mit dem TSV Friedrichsberg-Busdorf antreten) bei je 14 Punkten Rückstand auf Ratekau das Abenteuer eingehen würden, ist mehr als fraglich. Am Walddörfer SV oder TSC Wellingsbüttel hängt also das Schicksal von GWE oder BU.

    Und das des Landesliga-Zehnten und der Bezirksliga-Zweiten. Klar ist: Der ETV nimmt einen mit hoch in die neue Oberliga, entweder den SC Egenbüttel, Bergedorf 85 Noch-II-dann-I oder den SC Sternschanze. Der Tabellenzweite Duwo 08 II. darf ja nicht, weil die Erste das Oberliga-Ticket schon sicher hat. Bergedorf dagegen dürfte hochoffiziell aufsteigen, wenn sie Egenbüttel in drei Spielen abfangen und von Sternschanze nicht mehr überholt werden – was sie am Sonntagvormittag selbst in der Hand haben. Im Keller ist nur der Neunte sicher, und praktisch sicher ist sowohl, dass sich Groß Flottbek nicht mehr auf diesen Platz wird retten können, als auch dass der SC Alstertal-Langenhorn nicht mehr als Elfter direkt absteigen wird. Wie schon in der letzten Saison bei SCALA und TuS Berne hängt die Klassenzugehörigkeit des Zehnten aus Liga fünf und der beiden Vize aus Liga sechs am Abschneiden des Hamburger Regionalliga-Anwärters – aber anders als 2016.

    Während damals durch die Rückzieher von SC Pinneberg und SC Eilbek SCALA als Zweiter der Relegation drin blieb und Berne nach dem Aufstieg von St. Pauli mit dem Relegationssieger Egenbüttel aufstieg, was die ganze Runde ihrer Sinnhaftigkeit befreite, könnte es nun umgekehrt kommen, und alle drei Relegationsteilnehmer müssten sechstklassig antreten, wenn Duwos Abstieg nicht kompensiert wird. Es hängt also auch an Walddörfer oder Welle, ob drei aus dem Quartett Alstertal-Langenhorn, Berne, Groß Flottbek und Germania Schnelsen direkt absteigen, oder ob einer davon über die Relegation gegen Union Tornesch II. oder Altona 93 bzw. Wellingsbüttel II., Bramfeld II. oder Harburger TB die Chance auf den Klassenerhalt hat. Eine Vorentscheidung darüber fällt womöglich am Pfingstmontag nach dem Spiel zwischen dem Hamburger Verbandsligisten und TuS Schwachhausen, sollten die Bremerinnen beide Spiele gewonnen haben. Dann würde die Landesliga-Relegation vorzeitig beendet und alle drei Teilnehmer würden in die Bezirksliga eingeordnet.

    Immerhin: Selbst das würde sich auf den Bezirksliga-Abstieg nicht auswirken. Aber nur deshalb, weil vier Mannschaften während der Saison die Segel strichen, in jeder Staffel zwei. Nur der Aufstieg in der Kreisliga wäre betroffen. Sechs Mannschaften gehen aus der Bezirksliga raus, fünf kommen neu: Zwei aus der Landesliga, drei aus der Kreisliga. Fehlt noch eine. Die kommt entweder aus der Landesliga (falls Waldbüttel oder Wellingsdörfer nicht aufsteigt) oder aus der Kreisliga (andernfalls), nämlich der Zweite mit dem besten Punktekoeffizienten. Das wäre dann, so viel ist hinreichend sicher, der Vize der Kreisliga 03, Altona 93 II. oder der Meiendorfer SV, denn als Nicht-Direktaufsteiger (ich würde gern von Staffelmeistern reden, aber aktuell sieht es so aus, als würde Dassendorf/Wentorf die Staffel 02 gewinnen, und die dürfen ja nicht aufsteigen) können weder in Staffel 01 noch 02 die zweiten Kandidaten einen Punktekoeffizienten von über 2,0 erreichen.

    Und was ist, wenn neben dem Bramfelder SV auch der SV Henstedt-Ulzburg aus der zweiten Liga absteigt? Nichts. Naja, fast nichts. Es gäbe halt einen zusätzlichen Absteiger in und damit auch aus der Regionalliga. Oder einen Aufsteiger weniger, denn der TSV Havelse macht zum Saisonende seine Regionalliga-Frauen dicht, die nun eine neue Heimat suchen. Gelingt die Übertragung des Spielrechts nicht, ist Havelse komplett raus, und der Sieger eines Ausscheidungsspiels zwischen dem Aufstiegsrundenzweiten und dem Niedersachsen-Vize (wie zuletzt 2010 zwischen HSV III. und ATSV Scharmbeckstotel) würde als dritter nachrücken, falls HU die Klasse hält. Und überhaupt beide Teilnehmer der Niedersachsen-Meisterschaft aufsteigen dürften, denn letztes Jahr stieg der VfL Jesteburg deshalb auf, weil Meister Union Meppen mangels Unterbau nicht durfte. Dann würde der Zweite aus der Aufstiegsrunde direkt hoch gehen.

    Zusammengefasst:

    Wenn der Hamburger Vertreter die Klasse hält,
    – bleibt der Tabellenzehnte in der Verbandsliga,
    – spielt der Sieger der Landesliga-Relegation in der nächsten Saison Landesliga,
    – steigt der Kreisliga-Zweite mit dem besten Punktekoeffizienten in die Bezirksliga auf.

    Steigt der Hamburger Vertreter NICHT auf,
    – steigt der Verbandsliga-Zehnte direkt in die Landesliga ab,
    – steigt der Landesliga-Zehnte direkt in die Bezirksliga ab und die Relegation entfällt,
    – steigt nur jeweils die punktbeste aufstiegsberechtigte Mannschaft aus jeder Kreisliga in die Bezirksligen auf.

    Ihr seht: Es gibt keinen Grund für Nachfragen, alles ganz einfach. *hust*

    Bevor ich meinen neuerlichen Schreibdurchfall beende, gibt es noch etwas, das ich nicht vergessen möchte. In Kürze, genauer gesagt am 16. Juni, scheidet die Ausschussvorsitzende und DFB-Vizepräsidentin Hannelore Ratzeburg nach 43 Jahren aus dem Ausschuss für Frauen- und Mädchenfußball aus. Das Hamburger Abendblatt nannte sie „die mächtigste Fußball-Frau“ und zitierte NDR-Radiomoderatorin Britta Kehrhahn, die sie als „Mutter des Frauenfußballs“ bezeichnete. Lena Meyer von der Münchener „tz“ schrieb, sie sei „quasi die Kanzlerin des Frauenfußballs“. Als glühender Fan und Verfechter des Frauenfußballs – und auch als Sohn einer Mutter, die selbst Anfang der 70er Jahre eine Eimsbütteler Fußballerin bei Grün-Weiß 07 war, ehe sie sich auf die Rolle als Schiedsrichterin und weiblicher Schiedsrichter-Obmann konzentrierte – will es nicht verpassen, Danke zu sagen. Und ihrer Nachfolgerin und bisherigen Stellvertreterin Andrea Nuszkowski (weiterhin) ein gutes Händchen bei ihrer Amtsführung zu wünschen.

    Herzlichst,
    Euer Fuxi

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