• Herbst-Überblick

    Autor:  • 28.10.2014 • 1. Bundesliga, 2. Bundesliga Nord, Bergedorf 85, Bramfelder SV, Duwo 08, ESV Einigkeit Wilhelmsburg, FC St. Pauli, Hamburg, Hamburger SV, Nachrichten, Oberliga, Oberliga SH, Regionalliga Nord, SC Eilbek, Schleswig-Holstein, SSC Hagen Ahrensburg, SV Henstedt-Ulzburg, TSC Wellingsbüttel

    VerschiedenesEin Viertel der Saison ist um – Zeit, um mal einen Blick über den Tellerrand hinaus zu wagen und die aktuellen Tabellenstände einzuordnen. Für die Nordclubs ist vor allem die Situation in der 2. Bundesliga von Belang. Und da sieht es wenig berauschend aus: Aufsteiger Holstein Kiel ist nach sechs Partien Letzter, ohne Punkt, mit 4:25 Toren. Am Sonntag unterlagen sie beim VfL Wolfsburg II. mit 1:7, lagen schon nach 26 Minuten 0:4 zurück, ehe Maike Timmermann den Ehrentreffer erzielte. Auch der Bundesliga-Absteiger BV Cloppenburg tut sich schwer, liegt mit 7 Zählern nur auf Platz 7, vier Punkte vor dem Relegationsplatz. Einen aus HSV-Sicht schmerzhaften Hoffnungsschimmer gibt es immerhin: Werder Bremen ist ohne Punktverlust Tabellenführer, drei Punkte vor dem Duo aus Gütersloh und Meppen. Auf Schützenhilfe muss Holstein Kiel nicht hoffen: Nachdem der Vorstand des VfL Bochum zunächst zum Saisonende den Rückzug aller Frauenmannschaften angekündigt hatte, nahm die Mitgliederversammlung wegen der folgenden schlechten Presse die Entscheidung zurück – anders als der HSV damals…

    In der Regionalliga hat es den Anschein, als könnte es demnächst wieder die Hamburger Metropolregion auf die Zweitliga-Landkarte heben. Mit Bergedorf 85 steht eine Mannschaft ganz oben, die da auch hin will, und mit dem überraschenden Verfolger SV Henstedt-Ulzburg folgt ein ebenso ambitioniertes Team, für das der Aufstieg aber womöglich sogar ein „Unfall“ wäre. Wie auch immer, das bisherige Abschneiden des letztjährigen Überteams aus Kiel (20 Saisonsiege, nur 1 Remis und 1 Niederlage gegen Henstedt-Ulzburg) sollte Warnung genug sein, dass ein Aufsteiger sehr viel Substanz braucht.

    Das ist mittlerweile nicht nur in Liga 1 bei den Nord-Aufsteigern so, von denen in den letzten elf Jahren zehn direkt wieder abgestiegen sind, und nach acht Spieltagen sieht es für den Herforder SV als Letztem der Bundesliga mit gerade zwei Punkten auch nicht so aus, als würde der Fahrstuhl im Penthouse des deutschen Frauenfußballs bleiben. Der andere Club aus dem Norden, Meister VfL Wolfsburg, ist immerhin Tabellenzweiter hinter Bayern München (ja, das scheint sich auch bei den Frauen langsam einzupendeln…). Der SC Sand mit Torwarttrainerin Claudia von Lanken ist Zehnter, hat immerhin schon einmal gewonnen.

    Der Tabellenführer in Hamburg ist eine echte Sensation. Wer hätte den TSC Wellingsbüttel auf der Rechnung gehabt? Stellen sich zwei Fragen: Bleibt das so? Und nicht zuletzt: Was machen sie daraus? Es fließt noch viel Wasser den Wellingsbütteler Grenzgraben hinunter, bis die Frage auf den Tisch flattert, ob Welle das Abenteuer Regionalliga riskieren würde – bzw. erstmal die Aufstiegsrunde dahin. Die Frage stellt sich auch beim SSC Hagen Ahrensburg, der aktuell in Schleswig-Holstein führt und letzte Saison ebenso verzichtete wie Meister Ratekau. TuRa Meldorf als Dritter rutschte in die dritte Liga und steht am Tabellenende. Eine leichte Aufgabe ist die Regionalliga nicht, das wissen sicher auch die Verfolger aus Klausdorf und Eichholz.

    Die Gegner sind auch keine leichten. Wenn es Welle aus Hamburg nicht macht, dann doch mindestens Duwo 08 wie vor eineinhalb Jahren. Vielleicht auch der SC Eilbek, auch der hat es schon probiert. 2011 war das, gegen den FC Riepsdorf und Werder Bremen II. Vielleicht wird es auch der FC St. Pauli oder ESV Einigkeit? Der Bremer Kandidat wird wohl wieder Serienmeister ATS Buntentor, der in den letzten drei Jahren zwei Mal an Bramfeld und einmal an Henstedt-Ulzburg scheiterte. Der ATS hat nach sechs Spielen sieben Punkte Vorsprung vor dem OSC Bremerhaven.

    In Niedersachsen ist die Leistungsdichte enger, da ist ein klarer Trend noch nicht erkennbar. Obwohl: Im Osten führt Sparta Göttingen das Tableau mit vier Punkten vor dem MTV Barum um Ex-HSVerin Sarah Borgwardt an, nachdem Barum gerade zuhause gegen den SV Ahlerstedt/Ottendorf II. verloren hat. Im Westen ist das Tabellenbild schief, mit Nachholspielen stehen der vor zwei Jahren abgestiegene TV  Jahn Delmenhorst mit der aus Bremen zurückgekehrten Spielmacherin Anna Mirbach, der 2010 am HSV III. gescheiterte ATSV Scharmbeckstotel und der SV Union Meppen in der Spitzengruppe.

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