• Heftiger Rückschlag

    Autor:  • 30.03.2014 • FFC Oldesloe II., Nachrichten, Oberliga SH, Schleswig-Holstein, Spielbericht

    Dorit Evers klärt vor Gaitana Löwenstrom

    Dorit Evers klärt vor Gaitana Löwenstrom

    Schleswig-Holstein-Liga, 16. Spieltag
    FFC Oldesloe 2000 – Kieler MTV 1:6 (1:2)

    Für den FFC Oldesloe war die Rückrunde gut losgegangen mit einem wichtigen Sieg im Abstiegskampf gegen … Gegen den Kieler MTV, der selbst noch lange nicht gerettet war, sollte der nächste Dreier folgen. Mit Gaitana Löwenstrom sollte es eine einzige Spitze richten. Die Kielerinnen setzten ein in die Jahre gekommenes System dagegen, mit Libero, Vorstopper und Doppelspitze. Auf der Liberoposition war die Ex-Bramfelderin Dorit Evers aufgeboten, direkt vor der ebenfalls in Hamburg bekannten Andrea Rehfeldt im Kasten des MTV.

    Janine Gauer kam früh herein

    Janine Gauer kam früh herein

    Für den FFC ging es schlecht los. Schon nach 80 Sekunden lag Wencke Schölermann am Boden und humpelte schließlich raus. Mit Janine Gauer kam eine zweite Offensivkraft, Vanessa Plötz ging in die Innenverteidigung zurück. Das war zunächst eine Schwächung für die Stormarnerinnen, die sich erst sortieren mussten. Kiel kam so zur ersten kleinen Möglichkeit durch Aila Hartmann. Hartmann war es auch, die in der 6. Minute von Finja Ewering geschickt wurde, schneller war als Sarah Sowa und abzog. Jasmin Schönfeld im Tor der Gastgeberinnen war noch dran, hatte aber Pech, und es hieß 0:1.

    Aila Hartmann kommt frei zum Abschluss ...

    Aila Hartmann kommt frei zum Abschluss …

    ... und Jasmin Schönfeld hat Pech, dass ihre Fußabwehr misslingt

    … und Jasmin Schönfeld hat Pech, dass ihre Fußabwehr misslingt

    Ein Freistoß von Merle Horstmann brachte nach 13 Minuten Gefahr für das Kieler Tor. Sie brachten die Kugel nicht aus der Gefahrenzone, Corinna Wenzels Versuch wurde von Evers noch abgeblockt, dann aber reagierte Gauer am schnellsten – Ausgleich!

    Corinna Wenzel zieht ab, ihr Schuss wird von Dorit Evers noch abgeblockt, aber Janine Gauer kann abstauben

    Corinna Wenzel zieht ab, ihr Schuss wird von Dorit Evers noch abgeblockt, aber Janine Gauer kann abstauben

    Das war nach Spielanteilen auch in Ordnung, und Horstmann hätte nach Ablage von Löwenstrom in der 19. Minute die Führung erzielen können. Rehfeldt leitete einen schnellen Konter ein, in dessen entscheidender Phase Nicole Kohnen von rechts in die Mitte legte. Hartmann löste sich von Angelina Hanke und vollendete ins kurze Eck zum 1:2 (19.).

    Andrea Rehfeldt hält den Schuss sicher und leitet den Konter zum 1:2 ein

    Andrea Rehfeldt hält den Schuss sicher und leitet den Konter zum 1:2 ein

    Doch die Begegnung blieb ausgeglichen,  Oldesloe spielte weiter gefällig mit. Horstmann setzte einen Freistoß über das Tor (22.), auf der anderen Seite verfehlte ein harmloser Schuss von Hartmann das Tor (26.). Dann die 28. Minute: Gauer flankte vor den Kasten auf Löwenstrom, die bei der Ballveraebeitung von Mona Hansen einen Tritt in die Hacken bekam. Der Strafstoß war folgerichtig. Während Löwenstrom draußen behandelt wurde, trat Corinna Wenzel an – Pfosten! Irgendwie typisch für den FFC.

    Corinna Wenzel tritt zum Elfmeter an ...

    Corinna Wenzel tritt zum Elfmeter an …

    ... nur der Pfosten verhindert den Ausgleich

    … nur der Pfosten verhindert den Ausgleich

    Die nächste Oldesloer Chance hatte die eingewechselte Marieke Sucker, die nach einer Ballstaffette aus 20 Metern vorbei zielte (36.), nachdem Gauer ein Anspiel von Löwenstrom vertändelt hatte.

    Linnea Calaminus blockt einen Schussversuch von Johanna Schmidt

    Linnea Calaminus blockt einen Schussversuch von Johanna Schmidt

    Mit 1:2 ging es in die Kabinen. Insgesamt war der FFC sogar das bessere Team, war aber in der Defensive viel zu anfällig und fand wenig Mittel gegen Johanna Schmidt, Nicole Kohnen und Aila Hartmann. Die Kielerinnen waren kontergefährlich, konnten jedoch mehr aus ihren Möglichkeiten machen. Hinten wirkten Libero und Vorstopper gegen Löwenstrom, nur wenn sie mit Gauer ins Spielen kam, gerieten sie unter Druck.

    Dorit Evers bleibt Zweikampfsiegerin gegen Gaitana Löwenstrom

    Dorit Evers bleibt Zweikampfsiegerin gegen Gaitana Löwenstrom

    Oldesloe schien sich für die zweite Halbzeit einiges vorgenommen zu haben. Sie waren sofort präsent, Löwenstrom lupfte auf Gauer, und deren Heber verfehlte nach nur 14 Sekunden knapp das Tor. Ein Doppelschlag machte alle Hoffnungen auf dringend benötigte Punkte zunichte. Hartmann brachte einen Eckball von links aufs kurze Eck, Schönfeld flog vorbei, und Kohnen nickte zum 1:3 ein (49.).

    Jasmin Schönfeld verpasst den Eckball von Aila Hartmann ...

    Jasmin Schönfeld verpasst den Eckball von Aila Hartmann …

    ... und Nicole Kohnen verlängert per Kopf ins Tor

    … und Nicole Kohnen verlängert per Kopf ins Tor

    Und als Kohnen nach einem Halbfeldfreistoß von Hartmann drei Minuten später vor Schönfeld die Stirn hinter den Ball bekam, ging alles seinen gewohnten Gang – 1:4. Bei beiden Toren sah Schönfeld nicht gut aus, aber auch die Abwehr erfüllte nicht die ihr zugedachte Rolle. Es reichte einfach nicht, nur gute Ansätze zu zeigen, wenn Qualität und Konstanz fehlten.

    Nach Aila Hartmanns Freistoß ist Nicole Kohnen mit der Stirn vor Jasmin Schönfeld am Ball ...

    Nach Aila Hartmanns Freistoß ist Nicole Kohnen mit der Stirn vor Jasmin Schönfeld am Ball …

    ... und trifft zum 1:4

    … und trifft zum 1:4

    Der doppelte Niederschlag hatte Oldesloe sichtlich geschockt. Bei Schmidts Chance in der 58. Minute war Schönfeld rechtzeitig unten. Eine Minute darauf flog eine Ecke in den Strafraum, Linnea Calaminus verpasste, aber Schmidt schädelte drüber. Kiel drängte weniger, hatte das Geschehen dennoch klar im Griff. Spielerisch war es weniger attraktiv anzuschauen als Halbzeit eins, der FFC verteidigte den Zwischenstand, und Gegenangriffe scheiterten an Ungenauigkeiten. Zudem war Löwenstrom vorn oft allein, und man merkte ihr doch immer wieder an, dass sie nicht mehr die Gaitana Lippert von früher ist.

    Johanna Schmidt zieht von außerhalb des Strafraums ab ...

    Johanna Schmidt zieht von außerhalb des Strafraums ab …

    ... und Jasmin Schönfeld zeigt eine schöne Parade im bedrohten Eck

    … und Jasmin Schönfeld zeigt eine schöne Parade im bedrohten Eck

    Dabei waren die Kielerinnen noch gnädig mit dem FFC. In der 74. Minute war Kohnen nach Fehler von Plötz durch, vertändelte dann gegen Schönfeld. 180 Sekunden später verhinderte Nina Franke gegen Hansen Schlimmeres. Und in Minute 79 geriet ein Rückpass von Wenzel zur Abstoßenden Plötz zu kurz, Kohnen passte zu Hansen, Schönfeld kam nicht ran, aber der Pfosten rettete. Aus Kieler Sicht war das fahrlässig. Wie auch Hansen nach 81 Minuten freistehend zu lange zögerte.

    Mona Hansen kommt nach Nicole Kohnens Vorlage zum Abschluss ...

    Mona Hansen kommt nach Nicole Kohnens Vorlage zum Abschluss …

    ... Jasmin Schönfeld kommt nicht an den Ball ...

    … Jasmin Schönfeld kommt nicht an den Ball …

    ... aber der Pfosten rettet

    … aber der Pfosten rettet

    Doch eine Minute später war es passiert. Plötz‘ zu kurzen Abstoß köpfte Ewering nach vorn, Hansen nutzte einen Fehler von Plötz und traf ins lange Eck zum 1:5.

    Nun hat Mona Hansen freie Bahn ...

    Nun hat Mona Hansen freie Bahn …

    ... Jasmin Schönfeld streckt sich ...

    … Jasmin Schönfeld streckt sich …

    ... und kann das 1:5 doch nicht verhindern

    … und kann das 1:5 doch nicht verhindern

    Nadine Stoffels und Kohnen verhaben weiter Chancen. Dann hob Gauer bei langem Ball von Kohnen das Abseits auf, Hansen legte am Strafraum an Schönfeld vorbei auf Stoffels. Die traf zum 1:6 ins leere Netz (89.). Die letzte Möglichkeit vergab Horstmann für den FFC Oldesloe, ihr Volley ging drüber.

    Nadine Stoffels ist frei ...

    Nadine Stoffels ist frei …

    ... und stellt den 1:6-Endstand her

    … und stellt den 1:6-Endstand her

    Lange war Oldesloe gleichwertig, auch nach dem Doppelschlag versuchten sie weiter, wieder ranzukommen. Aber letztlich fehlte in Abwehr und Mittelfeld die Qualität. Kiel war keine 5 Tore besser, aber abgezockter vor dem Tor und über weite Strecken der zweiten Hälfte besser. Für den FFC Oldesloe war das möglicherweise nicht nur das siebtletzte Spiel in der Schleswig-Holstein-Liga – vielleicht war es auch das siebtletzte Pflichtspiel überhaupt: Am 9. April soll auf einer außerordentlichen Mitgliederversammlung im Vereinshaus am Kurparkstadion beschlossen werden, den FFC Oldesloe nach 14 Jahren des Bestehens zum 30. Juni aufzulösen und mit Fußballabteilung zum VfL Oldesloe überzutreten, der in der Verbandsliga Süd auf einem Abstiegsplatz steht. Mit Marnie Dibbern und Jessica Freelandt würden sie dort auf zwei Ehemalige des FFC treffen.

    Aufstellungen
    FFC Oldesloe: Jasmin Schönfeld – Maresa Rockschies (39. Maxine Frey / 58. Maresa Rockschies), Wencke Schölermann (3. Janine Gauer), Angelina Henke (27. Marieke Sucker / 77. Svea Sievers), Sarah Sowa (58. Wencke Schölermann / 76. Maxine Frey) – Linnea Calaminus, Vanessa Plötz – Svea Sievers (27. Nina-Marie Franke), Corinna Wenzel, Merle Horstmann – Gaitana Löwenstrom (31. Svea Sievers / 35. Gaitana Löwenstrom)
    Kieler MTV:
    Andrea Rehfeldt – Dorit Evers – Kim Jensen (62. Jasmin Witt), Mareike Leefen – Jasmin Kretschmann – Aila Hartmann, Johanna Lachmann (60. Bente Hänert), Finja Eweing, Mona Hansen – Johanna Schmidt (69. Nadine Stoffels), Nicole Kohnen
    Schiedsrichterin: Mirka Derlin (TSV Dahme)
    Tore: 0:1 Hartmann (6.), 1:1 Gauer (13.), 1:2 Hartmann (19.), 1:3 Kohnen (49.), 1:4 Kohnen (52.), 1:5 Hansen (82.), 1:6 Stoffels (89.)
    Gelbe Karten: – / –
    Zuschauer: ca. 30
    Besonderes Vorkommnis: Wenzel (FFC Oldesloe) schießt einen Foulelfmeter an den Pfosten (28. Minute)

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