• Es geht wieder los

    Autor:  • 04.08.2017 • Editorial

    Fuxi, EditorialAuf geht’s in eine neue Saison! Nach einer etwas längeren Erholungspause wirft die Spielzeit 2017/18 ihre Schatten voraus. Schon am nächsten Wochenende gibt es das erste Pflichtspiel, wenn auch nur im NFV-Pokal zwischen dem SVG Göttingen und dem Vizepokalsieger TSV Limmer. So richtig heiß wird es erst in vier Wochen beim DFB-Pokal-Auftakt, eine Woche später starten die überregionalen Spielklassen, während in Hamburg die erste Pokalrunde ansteht. Erst am 10. September legen auch die Ligen der Stadt wieder los. Wie optimistisch das ist, wird der Herbst zeigen müssen.

    Die abgelaufene Saison verlief aus Hamburger Sicht nicht so glücklich: Bramfelds sang- und klangloser Zweitligaabstieg, der Rückzug des noch amtierenden Pokalsiegers Bergedorf 85 aus der Regionalliga, der Zwangsabstieg von Duwo 08 aus derselben Spielklasse, das Drama um den Walddörfer SV… wäre nicht der SV Henstedt-Ulzburg mit seinen zwei Mannschaften gewesen, hätten Frauenfußball-Fans aus der Metropolregion überhaupt nichts zu lachen gehabt – abgesehen vom FC St. Pauli, der jetzt allerdings ohne Trainer Kai Czarnowski in einem gewissen Maße vor einem Neuanfang steht. Dass der auch schief gehen kann, hat der SSC Hagen Ahrensburg in der Schleswig-Holstein-Liga gezeigt – im Prinzip hatten sie im Saisonverlauf drei Trainer und zur neuen Saison wieder einen neuen. Ohne Stürmerin Lisa Stein-Schomburg und Vorlagengeberin Jana Holla wird es wahrscheinlich umso schwerer werden. Allerdings: Fast alle Spielerinnen, die einer Systemtransformation, wie sie Bernhard Genendsch versuchte, entgegen standen, sind nun nicht mehr da. Es ist es nun an Malek Saidani, eine runderneuerte Mannschaft mit Zugängen von Walddörfer, BU und dem zurückgezogenen Verbandsligisten VfL Oldesloe für eine schwierige Saison fit zu machen, physisch wie taktisch.

    Trotz gewachsener Strukturen und punktuellen Verstärkungen muss das auch dem Walddörfer SV gelingen. Aus der zweiten Liga werden wahrscheinlich vier Teams absteigen und für ein Hauen und Stechen im Kampf um den Regionalliga-Klassenerhalt sorgen. Wer diese Absteigerkaskade in Liga drei überleben will, muss schnell das Niveau erreichen. Leicht wird das nicht, wie die Aufstiegsrunde gezeigt hat. Für den SV Henstedt-Ulzburg II. wird es auch nicht leichter ohne die Routiniers Sabine Grelck und Kathrin Grunwald. Allerdings kann der aufgefrischte Zweitliga-Unterbau frisch von der Leber weg spielen – ihr Schicksal hängt ohnehin von der Qualifikation der Ersten für die eingleisige zweite Bundesliga ab, und dass die erreicht wird, scheint sehr unwahrscheinlich. Genießen und für die Regionalligamannschaft 2018/19 anbieten – das kann das Motto des SVHU II. sein. Für die meisten Teams geht es ohnehin nur um den Klassenerhalt – wenn sich überhaupt ein Kandidat für den Zweitligaaufstieg findet. Finanziell gesehen. Der Aufstiegsverzicht von Werder Bremen II. in der abgelaufenen Saison lässt kaum erwarten, dass sie es stattdessen in dieser Spielzeit probieren werden. Bei der Frage, wer aus der Regionalliga Nord einen sechsstelligen Saisonetat finanziert bekommen könnte, kommen einem höchstens Holstein Kiel und der FC St. Pauli in den Sinn. Ob die sportliche Qualität und der Wille reicht, um den Mehraufwand eines Aufstiegs annehmen zu wollen, ist dann wieder eine ganz andere Frage. Auch wenn der Erfinder Thomas Alva Edison einst sagte:

    „Der sicherste Weg zum Erfolg ist immer, es doch noch einmal zu versuchen.“

    In diesem Sinne will auch ich etwas versuchen. Ich will versuchen, meine letzten vier faulen Wochen nachzuholen und für den Saisonstart das Wesentliche in möglichst kompakter Form (was auch immer das bei mir heißen mag…) aufzuarbeiten. Und vielleicht ergibt sich auch hinter den Kulissen noch das eine oder andere.

    Herzlichst,
    Euer Fuxi

    Über