• Drei Favoritenstürze

    Autor:  • 09.10.2017 • Altona 93, Barmbek-Uhlenhorst, Bergedorf 85, Bramfelder SV, Duwo 08, Eimsbütteler TV, ESV Einigkeit Wilhelmsburg, FC St. Pauli, Germania Schnelsen, Grün-Weiß Eimsbüttel, Hamburg, Hamburger SV, Hamburger SV II., Harburger SC, HEBC, Landespokal, Nachrichten, Niendorfer TSV, SC Egenbüttel, SC Eilbek, SC Victoria, SC Vier- und Marschlande, SC Wentorf, TSC Wellingsbüttel, TuS Appen, Union Tornesch, Walddörfer SV

    Im Vorfeld war bekannt, dass vier Partien bereits durch Nichtantreten entschieden wurden: Der SV Rugenbergen, die SV Halstenbek-Rellingen, der SV Nettelnburg-Allermöhe und der Düneberger SV traten nicht gegen den FC Elmshorn, Niendorfer TSV, FC St. Pauli II. und SC Egenbüttel an. Sieben weitere Partien fielen aus. In den verbleibenden 21 Spielen gab es drei Favoritenstürze. Es erwischte die Landesligisten TSC Wellingsbüttel II., Harburger SC und Harburger TB.

    Die wohl bemerkenswerteste Niederlage kassierte der HSC. Beim Kreisligisten SV Altengamme flogen sie nach den regulären 90 Minuten mit 4:7 aus dem Wettbewerb – und das, obwohl die Harburgerinnen nach 44 Minuten mit 3:1 führten. Los ging es nach 20 Minuten mit dem 0:1 durch Alina Lüdemann. Im direkten Gegenzug glich Mandy Neuwerk aus. Das Spiel schien den gewohnten Gang zu gehen, als Lüdemann (36.) und Tanja John (44.) einen komfortablen Vorsprung herausschossen, nur um wieder im Gegenzug das Tor von Saskia Wedderien zum 3:2-Pausenstand zu kassieren. Zu Beginn des zweiten Durchgangs drehte Altengamme das Geschehen komplett und ging durch die Treffer von Sandra Mahnke (50.) und Alina Stein (53.) mit 4:3 in Führung. Lüdemanns drittes Tor egalisierte fünf Minuten später auf 4:4. Aber der Kreisligist ballerte sich durch zwei weitere Tore von Stein (68. per Elfmeter, 76.) sowie Mahnke (89.) sensationell in die dritte Runde.

    Janine Thormählen stand mit dem SC Wentorf (damals Bezirksliga) 2013 im Halbfinale

    Janine Thormählen stand mit dem SC Wentorf (damals Bezirksliga) 2013 im Halbfinale

    Auch der TSC Wellingsbüttel II., immerhin Tabellenzweiter der Landesliga, scheiterte an einem Kreisligisten. Dass der FTSV Lorbeer am Ende siegreich blieb, war aber weniger überraschend als der Sieg Altengammes, sieht man sich das Personal des Teams aus Rothenburgsort an: Tanja Sierk, Christina Kastorf, Janine Laß, Annabelle Aust und vor allem Janine Thormählen – alles gestandene Fußballerinnen. So war es kein Wunder, dass Sarah Lohse (früher SC Eilbek) in der 11. und Aust in der 15. Minute den frühen Rückstand durch Mareile Kern (2.) drehten. Nach dem 2:2 von Emma Frings in Minute 56 zog Lorbeer dank zweier Treffer von Janine Thormählen auf 4:2 davon (57., 69.). In der Nachspielzeit brachte Frings die Gäste nochmal ran (90.+2), aber Aust versetzte Welles Zweiter in der 95. Minute den K. O. zum 5:3-Endstand. Der HTB musste gegen Bezirksligist Bramfelder SV II., dem sie in der Vorsaison auf der Zielgeraden noch Rang zwei und damit die Chance auf den Aufstieg abluchsten, mit 0:3 die Segel streichen. Ebenfalls raus ist Oberligist Barmbek-Uhlenhorst, der bei Altona 93 eine 1:3-Niederlage bezog – was angesichts des Umstands, dass BU vor der Saison seine Bezirksligatruppe hochziehen musste, um nach dem Abgang der kompletten Verbandsligamannschaft nicht in der Kreisliga neu anfangen zu müssen, aber kaum überraschen kann. Nach der BU-Führung durch Jessica Biesterfelds Elfmeter (23.) glich Christina Gough in der 37. Minute aus und stellte in der 88. Minute nach dem Führungstor von Nora Hänsch (79.) mit ihrem zweiten Tor auch den Endstand her.

    Keine Sensation war die Deutlichkeit des Sieges des Bezirksligisten Germania Schnelsen gegen Staffelkonkurrent Union 03. Bereits in der Liga hatte sich Germania am Mittwoch klar mit 7:0 durchgesetzt, gestern gab es am heimischen Riekbornweg ein 5:0. Ein Doppelschlag von Kristin Lehmann (32.) und Caroline Beigel (36.) brachte die Schnelsenerinnen auf die Siegerstraße. Nora Wegener (69.), Marie Struckmeyer (79.) und nochmal Lehmann (90.) bauten das Ergebnis aus. Staffelkonkurrent Bramfelder SV III. musste dagegen die Segel streichen, unterlag dem Oberligisten TuS Appen mit 0:5. Die erste Hälfte des ersten Durchgangs hielten die Gastgeberinnen torlos, dann schlug Appen durch Lena Cebbar (24.) und Lara Casper (25.) doppelt zu, und Letztere schoss auch vor der Pause das 0:3. In der Schlussviertelstunde schraubten Anna-Lena Vasel (75.) und Georgina Lopes de Magalhães (80.) das Ergebnis hoch.

    Überhaupt hatten die Oberligisten wenig Mühe, sieht man vom 2:0 des SC Wentorf beim Kreisligisten Concordia ab, der allerdings bekanntlich mit allerlei Spielerinnen aus einst höheren Spielklassen besetzt ist, und vom Eimsbütteler Derby Grün-Weiß II. gegen HEBC, das der Oberligist durch Treffer von Susanne Flore (45.) und Jalda Sediqi (62.) ebenfalls mit 2:0 für sich entschied. Das auf dem Papier schwerste Los unter den im Einsatz gewesenen Oberligisten hatte sicherlich der SC Victoria, der die Hürde HSV II. – immerhin Landesligadritter – allerdings mit 6:1 meisterte. Celine Witt traf nach 20 Minuten zum 1:0 für die Gäste aus Lokstedt, die neun Minuten später das 1:1 durch Jennifer Riesenberg kassierten. Aber per Elfmeter sorgte Pauline Drust doch für Vickys Pausenführung (40.), die sie selbst nach dem Verlassen der Kabinen auf 3:1 ausbaute (68.). Witt (73.), Marai Wolf (86.) und nochmal Drust (88.) komplettierten ein komfortables Resultat. Vickys Kreisligatruppe ist allerdings ausgeschieden. Victoria II. musste sich dem ESV Einigkeit mit 0:11 geschlagen geben. 68 Minuten lang verkauften sie sich gut, ließen nur drei Tore zu: Pia Diedrichsen (17.), Alena Klopp (22.) und Lucy Wudke (34.). Nach dem 0:4 von Jana Schrader allerdings brach Vicky II. ein. Innerhalb von zehn Minuten kassierten sie fünf Gegentreffer durch Marika Tokarski (74., 75., 81.), Magdalena Breisa (84.) und ein Eigentor Laura Wesselers (78.). Breisa machte das Resultat zweistellig (85.), den Schlusspunkt besorgte wieder Tokarski zwei Minuten vor dem Ende.

    Josefin Lutz

    Josefin Lutz

    Der ETV marschierte ebenso locker durch Stapelfeld. Beim 7:0-Sieg des Oberligisten beim VSG verpasste Hannah Paulini trotz fünf Toren einen Hattrick. Die erste Chance versaute ihr Stefanie Meier, die nach Paulinis Führungstreffer (7.) zum 2:0 erhöhte (19.). Als Paulini nach einem Doppelpack (26., 30.) zum zweiten Versuch antrat, markierte Mira Henning das nächste Tor zum 0:5-Halbzeitstand (31.). Im zweiten Durchgang gelangen der Goalgetterin dann zwei weitere Treffer (63., 65.), ehe es aber zum dritten kommen konnte, wechselte Trainer Dennis Tralau sie allerdings aus, und so blieb es beim 7:0. Mehr Tore noch schoss die Zweite der Eimsbüttelerinnen im Kreisligaduell mit dem ESV Einigkeit II.. Es sprang ein 10:1 heraus. Franzisca Meyer eröffnete den Torreigen nach sechs Minuten. Nach Lena Werners Elfmetertor (14.) verkürzte Berfin Akter zwar auf 1:2 (20.), aber Jula-Constanze Eichhorn in der 32. und Sarah Wissmann in der 43. Minute sorgten früh für klare Verhältnisse. Infolge Werners 5:1 nach 50 Minuten kehrte relative Ruhe ein. Nach einer Roten Karte für Einigkeit allerdings bediente sich der ETV II. noch fünf Mal selbst: Tonine Peppel (78.), ein Fünf-Minuten-Hattrick von Clara Hennersdorf (80., 82., 85.) und das dritte Werner-Tor (90.) machten es zum Wilhelmsburger Debakel. Da ging der Oberligazweite Union Tornesch mit dem Rahlstedter SC glimpflicher um. Die Gastgeberinnen aus der Bezirksliga konnten zwischenzeitlich durch Melanie Günther (38.) sogar die Union-Führung von Finia Pohl (32.) ausgleichen. Mit einem Doppelschlag brachten Josefin Lutz (48.) und Pohl (53.) die Gäste aber auf die Siegerstraße, Lutz knipste 21 Minuten vor dem Ende das letzte Tor zum 4:1-Sieg des Favoriten.

    Deutlich gnadenloser war Duwo 08 beim Rissener SV. 0:8 hieß es am Ende aus Gastgebersicht. Die Tore der ersten Halbzeit teilten sich Anna Raczkowski (10.), Anna Lotta Diebler (35.) und  Patrizia Schlicht (40.). Imke Siebert (50.), Schlicht (60.), Kristina Haars (70.), Isabell Knetsch (80.) und nochmal Raczkowski (85.) sorgten für ein standesgemäßes Ergebnis. Das hatte der Regionalligist Bramfelder SV bereits am Donnerstagabend beim SC Sternschanze II. erreicht. Sie schossen ein Dutzend Tore, aufgeteilt auf sieben Schützinnen. Safia Hassam (5., 15.), Michele Scholz (8., 29.), Denise Stroda (50., 81.), Jacqueline Bleser (70., 71.) und Larissa Holland (82., 84.) trafen jeweils doppelt, Gianna Hüllmann (11.) und Catharina Schimpf (16.) je einmal. Am Samstag schoss sich Landesligist Komet Blankenese mit 10:0 bei Kreisligist FC Süderelbe in Runde 3.

    Falida Gloszat (re.) gegen Giulia Allegrino (damals Wellingsbüttel im Jahr 2014

    Falida Gloszat (re.) gegen Giulia Allegrino (damals Wellingsbüttel im Jahr 2014

    Dort steht auch Staffelrivale SC Alstertal-Langenhorn nach einem 5:1 beim SC Victoria III.. Zur Pause stand es knapp 2:1 für die Gäste, die durch Jule von Freier (13.) und Marisa Loley (28.) mit 2:0 führten und durch Rosemond Annor nach 34 Minuten den Anschlusstreffer hinnehmen mussten. Am Ende hatten sie aber die Nase vorn. Loley erhöhte nach 52 Minuten auf 3:1, ehe Lea Schwabenbauer (75.) und nochmal von Freier (88.) den Endstand besorgten. Eine Überraschung schaffte die Sonderklassen-Mannschaft vom FC Alsterbrüder. Gegen den SV Billstedt-Horn gab es für das Team vom Gustav-Falke-Platz einen 2:0-Sieg. Petra Schlesinger schockte die Gäste kurz vor der Pause mit dem 1:0 (42.), Anabell Jandowsky machte 20 Minuten vor dem Ende den Sack zu. So lange musste der SC Eilbek beim klassentieferen Ahrensburger TSV nicht warten. Eigentlich sah nach 15 Minuten alles geregelt aus: Jette Socolowsky hatte gerade die Führung von Falida Gloszat (5.) verdoppelt. Imke Scherm gab dem Bezirksligisten aber in der Pause was zum Denken mit, nämlich den Anschlusstreffer (43.). Für die Entscheidung sorgte Vanessa Michalski zu Beginn der zweiten Halbzeit mit dem 1:3 (52.). Nach 77 Minuten legte sie das 1:4 nach, und zwei Minuten später traf Gloszat zum 1:5-Endergebnis.

    Ausgefallen sind die folgenden Spiele:
    Viktoria Harburg – FC St. Pauli (bereits am Donnerstag), Moorreger SV – TuS Berne, TuS Appen II. – Union Tornesch II., SV Eidelstedt – Grün-Weiß Eimsbüttel, SV Friedrichsgabe – HSV, SC Vier- und Marschlande – Walddörfer SV II., TSV Reinbek – FC Bergedorf 85
    Schon am Mittwoch um 17 Uhr werden in Jenfeld die nächsten Runden der Pokalwettbewerbe bei Frauen und Juniorinnen ausgelost. Gespielt werden soll die dritte Runde am 11. und 12. November, die Regionalligateams wieder unter der Woche vorher (7. bis 9.11.). Das heißt, für Nachholspiele steht als Regeltermin lediglich der 31. Oktober sowie die zwei Folgetage abends zur Verfügung. Der HSV wird einen anderen Termin finden müssen, am Reformationstag ist das Oberliga-Nachholspiel gegen Appen angesetzt. Zum Glück liegt der Pokal-Gastgeber Friedrichsgabe nur sechs Kilometer die Ulzburger Straße hoch, was die Suche nach einer Alternative wesentlich erleichtert. Bereits neu angesetzt wurde das Gastspiel des Walddörfer SV II. beim SCVM: Am 24. Oktober um 20 Uhr in Ochsenwerder.

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