• Der HSV ist Hamburger Pokalsieger

    Autor:  • 21.05.2017 • Hamburg, Hamburger SV, Landespokal, Nachrichten, TSC Wellingsbüttel

    ODDSET Pokalsieger 2017In diesem Finale war alles drin: Ein Spiel auf Augenhöhe, mit fairer Härte und Engagement, zwei Mal Führung, zwei Mal Ausgleich, Verlängerung, wieder Führung, wieder Ausgleich, Elfmeterschießen, ein verschossener und zwei gehaltene Versuche, Dramatik pur! Am Ende setzte sich der HSV gegen den TSC Wellingsbüttel mit 7:6 durch und feierte den zweiten Pokalsieg p. b. (post bundesligam) nach 2014. Wer nicht unter den 581 zahlenden Zuschauern war, hatte etwas verpasst.

    Aus HSV-Sicht begann das Spiel denkbar schlecht. Nach einer Ecke lenkte Emma Burdorf-Sick den Ball in der dritten Minute ins eigene Tor und zwang ihr Team, einem Rückstand hinterher zu laufen. Wellingsbüttel war insgesamt in dieser ersten Halbzeit die bessere Mannschaft. Der HSV tat mehr für das Spiel, aber Welle war gefährlicher. Das änderte sich im zweiten Durchgang. Plötzlich war es der HSV, der sich Chancen erspielte. In der 54. Minute bediente Janine Schlichting in der Spitze Victoria Schulz, und deren Torschuss konnte Jennifer Weber im Welle-Tor nicht mehr entscheidend ablenken, um den Ausgleich zu verhindern. Aber Welle schlug zurück. In die Drangphase des HSV hinein köpfte Eva-Maria Ernst nach einer Ecke zum 1:2 ein, wobei Kelly Koskeridou auf der Linie zu klären verpasste (61.). Derartige Aussetzer waren nicht allein die Domäne des HSV: Bei einem Freistoß von Anna Seme kurz hinter dem Mittelkreis verschätzte sich Jennifer Weber etwas und bekam den Ball nicht mehr zu fassen – 2:2, nur zwei Minuten später. Beide suchten die Entscheidung.

    Trotzdem – oder deshalb? – ging es in die Verlängerung. Und da schien Wellingsbüttel wieder im Vorteil zu sein, spätestens nach dem 3:2 durch ein Solo von Goalgetterin Patrizia Wiebke (98.). Es gab zahlreiche Unterbrechungen, vor allem der HSV schien auf Reserve zu laufen. Und doch war da der HSV-Spirit offensichtlich von den Herren heruntergetropft, denn sie kämpften, und nach einem Foul von Weber an der eingewechselten Yuliana Lasso Peña, bei dem nachher viel diskutiert wurde, ob Schiedsrichterin Kristina Nicolai statt Gelb sogar Rot hätte ziehen müssen, verwandelte Victoria Schulz den fälligen Freistoß zum 3:3 (119.). Ernst musste in der Nachspielzeit sogar noch mit letztem Einsatz das 3:4 durch Lasso Peña verhindern.

    Es ging ins Nervenspiel. Den ersten Elfmeter verschoss Lukne Gräßler, bzw. Weber hielt ihn. Danach kamen vier Schützinnen, die souverän verwandelten. Als die eingewechselte Britta Kummer antrat, rauschte der Ball rechts hoch am Tor vorbei. Es stand 5:5, der Vorteil war weg. Die nächsten beiden Schützinnen verwandelten sicher. Dann kam Freistoßschützin Schulz, und auch sie behielt ganz sicher die Nerven. Nun musste Welle verwandeln. Doch ausgerechnet Patrizia Wiebke, der die BILD in der Ausgabe vom 18. Mai einen Artikel unter dem Titel „40-Tore-Tizi will den HSV erlegen“ (Link zur Facebook-Seite der Wellefrauen) widmete, schoss halblinks, halbhoch, so dass Lela Naward abwehren und ihrem Team den Pokalsieg sichern konnte.

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