• Abschied

    Autor:  • 27.05.2017 • Duwo 08, Regionalliga Nord, Spielbericht, VfL Jesteburg

    Für Nadia Papist wurde es ein erfreuliches letztes Heimspiel

    Für Nadia Papist wurde es ein erfreuliches letztes Heimspiel

    Regionalliga Nord, 21. Spieltag
    VfL Jesteburg – TSV Duwo 08 5:0 (1:0)

    Die Zeichen standen auf Abschied: Beim Einlauf bildete der VfL Jesteburg ein Spalier für die Kapitänin Nadia Papist. Nach insgesamt acht Jahren im Dress der Rüsselkäferinnen verließ sie den Club, ihr letztes Heimspiel. Auch Duwo 08 kam zum vorerst letzten Mal im Punktspielkontext in den Landkreis Harburg, wie auch der Trainer Mac Agyei-Mensah, der sich eine Auszeit nimmt.

    Bei der Verabschiedung wurden nicht nur Nadia Papists Augen ein wenig feucht

    Bei der Verabschiedung wurden nicht nur Nadia Papists Augen ein wenig feucht

    Jesteburg begann spielerisch besser, aber Duwo verbreitet mit Kontern durchaus Gefährlichkeit, auch wenn es bis zum ersten ernsthaften Torabschluss bei den Hamburgerinnen lange dauerte. Die erste Möglichkeit hatten die Rüsselkäferinnen, als Annalena Otto links Anna-Lena Günthel schickte und die den Ball mit dem Außenrist von links vors Tor brachte. Sarah Wedtgrube schob den Ball, bedrängt von Franciska Struckmeyer, knapp links am Tor vorbei (7.). Trotz Vorteilen für Jesteburg war das Spiel eher zäh, die Gastgeberinnen liefen häufig ins Abseits. Daran erkannte man aber auch, dass Duwo mutig spielen wollte, denn die Abwehr stand hoch. Nach bereits 21 Minuten ging das schief. Günthel setzte Papist ein, die sich den Ball aber zu weit vorlegte – kein Problem für Ann-Cathrin Mitschke im Ohlstedter Tor. Der erste Torschuss für Duwo entwickelte sich nach einem Foul an Jana Spack, Rebecca Freund sah dafür die erste Gelbe Karte der Partie. Den Freistoß drosch Lea Lübke Richtung Tor, aber Moana Michelsen im Kasten hatte keine Mühe mit dem Fangen (24.).

    Anna-Lena Günthel passt den Ball mit dem Außenrist vor das Tor ...

    Anna-Lena Günthel passt den Ball mit dem Außenrist vor das Tor …

    ... Sarah Wedtgrube ist einen Tick vor Franciska Struckmeyer am Ball ...

    … Sarah Wedtgrube ist einen Tick vor Franciska Struckmeyer am Ball …

    ... aber der Ball kullert am Pfosten vorbei

    … aber der Ball kullert am Pfosten vorbei

    Jesteburg legte nun die Zurückhaltung ab und im Spiel nach vorn zu. Einen Schlenzer von Heins lenkte Lübke mit dem Fuß am Tor vorbei. Dann setzte sich Wedtgrube im Laufduell mit Struckmeyer an der Torauslinie durch und gab den Ball scharf zur Mitte, allerdings zu scharf für Günthel, die fünf Meter entfernt am kurzen Pfosten lauerte und den Ball nicht Richtung Tor umgebogen bekam (33.). Zwei Minuten später schlenzte Günthel einen Freistoß vom linken Flügel, den sie selbst gegen Lübke herausgeholt hatte, am langen Eck vorbei. Duwo stand unter Dauerdruck und kam kaum in die Zweikämpfe in dieser Phase. Als Annika Prüfer in der 36. Minute auf Heins durchsteckte, überwand diese zwar Mitschke, nicht aber das Torgestänge. Die Latte rettete.

    Nele Heins schlenzt den Ball über Ann-Cathrin Mitschke ...

    Nele Heins schlenzt den Ball über Ann-Cathrin Mitschke …

    ... aber die Latte rettet

    … aber die Latte rettet

    Es wäre typisch für den Fußball gewesen, wäre in diese Phase hinein das 0:1 gefallen. Doch der Schuss von Jana Spack nach einem von Amely Jaekel verlängerten Abschlag war letztlich zu schwach, um Michelsen den Schweiß auf die Stirn zu treiben. Den hatte dagegen Mitschke. Die Hamburger Keeperin sah sich nach einem Durchstecker von Papist der nach links gewechselten Wedtgrube gegenüber, machte die kurze Ecke auf und musste nach 40 Minuten die verdiente Jesteburger Führung hinnehmen. Wedtgrubes sechstes Saisontor.

    Sarah Wedtgrube ist nach dem Zuspiel von Nadia Papist frei vor Ann-Cathrin Mitschke ...

    Sarah Wedtgrube ist nach dem Zuspiel von Nadia Papist frei vor Ann-Cathrin Mitschke …

    ... und schießt ...

    … und schießt …

    ... auf die von Mitschke offen gelassene kurze Ecke ...

    … auf die von Mitschke offen gelassene kurze Ecke …

    ... und trifft zum verdienten 1:0

    … und trifft zum verdienten 1:0

    Doch das war es noch nicht in der ersten Halbzeit. Drei Minuten nach dem 1:0 legte Sophie Gerckens im Strafraum kurz nach rechts, Heins schlug einen Haken und zog flach mit links aufs lange Eck ab. Vom Pfosten sprang der Ball zurück, und Mitschke konnte sich den Abpraller sichern. Und nochmal stand die Schlussfrau von Duwo im Mittelpunkt. Mit einem Doppelpass hebelten Heins und Gerckens die Ohlstedter Abwehr aus, Heins wollte an Mitschke vorbei und wurde von den Beinen geholt. Tirza Mach – kein Imperativ, sondern der Name der Schiedsrichterin – entschied ohne Zögern auf Strafstoß. Wer würde antreten? Natürlich Nadia Papist, die sich mit einem Tor von den Zuschauern verabschieden sollte. Sie schoss halbhoch, halbgut auf die rechte Ecke – doch Mitschke bügelte ihren Fehler wieder aus und hielt den Elfmeter in der Nachspielzeit. Es ging also mit 1:0 in die Pause. Jesteburg war gefährlicher gewesen, aber auch zu ungenau im Abschluss und defensiv nicht unverwundbar, denn Duwo setzte mit Kontern immer wieder Nadelstiche, die aber ohne Durchschlag blieben.

    Nele Heins will an Ann-Cathrin Mitschke vorbei ...

    Nele Heins will an Ann-Cathrin Mitschke vorbei …

    ... wird von der Torhüterin gelegt ...

    … wird von der Torhüterin gelegt …

    ... und Schiedsrichterin Tirza Mach entscheidet sofort auf Strafstoß

    … und Schiedsrichterin Tirza Mach entscheidet sofort auf Strafstoß

    Nadia Papist tritt an, soll sich an ihrem Ehrentag mit einem Tor verabschieden ...

    Nadia Papist tritt an, soll sich an ihrem Ehrentag mit einem Tor verabschieden …

    ... aber Mitschke hält den schlecht platzierten Elfmeter

    … aber Mitschke hält den schlecht platzierten Elfmeter

    Die zweite Halbzeit begann, wie die erste endete. Allerdings machte Jesteburg nun früh den Sack zu. Noch in den ersten 60 Sekunden nach Wiederanpfiff erlief Heins den Ball rechts vor der herauskommenden Mitschke, hob ihn an den zweiten Pfosten, und per Direktabnahme landete die Kugel dann im langen Eck. Und wer hatte es gemacht? Es war die scheidende Nadia Papist gewesen, ganz überlegt, mit aller Erfahrung feierte sie ihr fünftes Saisontor.

    Nele Heins hat sich durchgesetzt und flankt ...

    Nele Heins hat sich durchgesetzt und flankt …

    ... Nadia Papist nimmt den Ball am zweiten Pfosten volley ...

    … Nadia Papist nimmt den Ball am zweiten Pfosten volley …

    ... bringt ihn gegen die Laufrichtung von Ann-Cathrin Mitschke überlegt im Tor unter ...

    … bringt ihn gegen die Laufrichtung von Ann-Cathrin Mitschke überlegt im Tor unter …

    ... und darf sich doch noch über ihr Tor freuen

    … und darf sich doch noch über ihr Tor freuen

    Und ihr sechstes zwei Minuten später gleich hinterher. Heins marschierte, von Prüfer geschickt, über den linken Flügel Richtung Strafraum, ging dann gegen den Lauf von Birka Edler nach innen und zog ab. Mitschke konnte den Ball nur abklatschen, direkt vor die Füße von Papist, und die staubte zum 3:0 ab (48.).

    Nele Heins marschiert über links ...

    Nele Heins marschiert über links …

    ... geht am Strafraum nach innen und schießt ...

    … geht am Strafraum nach innen und schießt …

    ... Ann-Cathrin Mitschke kann den Ball nur nach vorn prallen lassen ...

    … Ann-Cathrin Mitschke kann den Ball nur nach vorn prallen lassen …

    ... vor die Füße von Nadia Papist ...

    … vor die Füße von Nadia Papist …

    ... die mit ihrem zweiten Tor zum 3:0 abstaubt

    … die mit ihrem zweiten Tor zum 3:0 abstaubt

    Es sollte noch dicker kommen für Duwo in dieser Phase. In der 51. Minute schlug Heins einen Freistoß vom rechten Flügel an den Strafraumrand. Dort ging Spack ins Kopfballduell mit der ähnlich formatierten Papist, setzte dabei den Arm ein – und Schiedsrichterin Mach entschied zum zweiten Mal an diesem Tag auf Elfmeter, dieses Mal mit der Begründung: Handspiel. Es ist bildlich nicht endgültig aufzulösen, aber der Arm von Spack war im Spiel und auch ein Arm am Ball. Würde Papist nochmal antreten und zum Hattrick vollenden? Die Kapitänin dachte ergebnisorientiert und winkte ab. Günthel übernahm und verlud Mitschke zum 4:0.

    Duwos Trainer Mac Agyei-Mensah ahnt wohl schon, dass Unheil droht ...

    Duwos Trainer Mac Agyei-Mensah ahnt wohl schon, dass Unheil droht …

    ... Nele Heins bringt den Freistoß in den Strafraum ...

    … Nele Heins bringt den Freistoß in den Strafraum …

    ... und nach dem Handspiel von Jana Spack im Luftduell mit Nadia Papist gibt es erneut Elfmeter

    … und nach dem Handspiel von Jana Spack im Luftduell mit Nadia Papist gibt es erneut Elfmeter

    Papist überlässt es Anna-Lena Günthel ...

    Papist überlässt es Anna-Lena Günthel …

    ... und die verwandelt gegen die chancenlose Ann-Christin Mitschke sicher

    … und die verwandelt gegen die chancenlose Ann-Christin Mitschke sicher

    Sieben Minuten später forderte Jesteburg wieder Elfmeter. Prüfer schickte Heins hinter die Abwehr auf die Reise. Die Stürmerin legte sich das Leder links an Mitschke vorbei und kam dann zu Fall, aber Schiedsrichterin Mach ließ weiterlaufen. Den Nachschuss setzte Otto ans Außennetz. Die Partie wurde jetzt hektischer. Für Struckmeyer gab es Gelb wegen Haltens, und gegen Heins, weil sie beim Freistoß die 9 Meter 15 Abstand nicht herstellte. Auf der Gegenseite gab es endlich mal wieder eine Torszene von Duwo, und es war die beste des Spiels bis dahin: Jaekels Freistoß führte im Sechzehner zu einem Durcheinander, aus dem heraus Spack das Leder nur knapp rechts neben den Pfosten setzte (69.). Jesteburg blieb unbeeindruckt. Heins im Strafraum quer auf Günthel, die gewann den Zweikampf mit Lübke, ihr Schussversuch wurde von Edler vor die Füße von Heins abgewehrt, aber die kam aus spitzem Winkel nicht an Mitschke vorbei. Die anschließende Ecke prallte von Carolin Diekhoff zu Prüfer. Die aber schoss volley rechts über das Tor. Es war Wechselzeit. Celina Fuß war bei Jesteburg schon drin, da kam eine Viertelstunde vor Schluss auch Fabienne Stejskal – als Rechtsverteidigerin für Rebecca Freund. Bei Duwo durfte in der Sturmspitze Rieke Koopmann ran. Derweil arbeitete Papist an ihrem dritten Treffer. Stejskal bediente Fuß lang, die das Leder quer vor das Tor brachte. Völlig frei vor Mitschke probierte es Papist mit einem Lupfer – knapp rechts vorbei (77.). Auf der Gegenseite gewann Mathilda Weisser rechts den Ball, setzte Spack ein, und die legte im Strafraum kurz auf Jaekel ab. Deren Heber flug über Michelsen hinweg – und landete auf dem Tornetz.

    Gegenwehr von Duwo: Amely Jaekel mit einem Schlenzer ...

    Gegenwehr von Duwo: Amely Jaekel mit einem Schlenzer …

    ... über Moana Michelsen hinweg ...

    … über Moana Michelsen hinweg …

    ... auf das Tornetz

    … auf das Tornetz

    Und dann war Schluss. Noch nicht mit dem Spiel, denn es standen noch zehn Minuten auf der Uhr. Es war die Zeit des Abschieds gekommen, Nadia Papist bekam ihren Abgang mit Applaus. Lea Menk wurde für sie eingewechselt, als rechte Verteidigerin, so dass Stejskal nach vorn rückte. Kaum war Papist draußen, bekam Duwo eine 1a-Chance, die sie hätten nutzen müssen. Müssen. Ein langer Freistoß von Weisser kam über Kopfbälle von Ina Hoppe und Spack sowie einen Schussversuch der eingewechselten Janine Laß, den der VfL nicht aus der Gefahrenzone bekam, wieder zu Spack. Die stieß mit dem Ball durch ein Loch in der Abwehr, das groß genug war, um einen Airbus A380 darin wenden zu lassen, und stand frei vor Michelsen. Der Abschluss mit links war allerdings zu ungenau, und die Keeperin konnte parieren (82.). Aber: Jesteburg konnte das auch. Nach einem Heber hinter die Abwehr war Stejskal durch und versuchte nochmal quer zu legen, Heins wurde noch von Edler gestört, der Ball landete zur Ecke im Toraus. Nach einer weiteren kleinen Möglichkeit von Otto, die aus dem Rückraum in die Wolken schoss, fiel doch noch das 5:0. Dieses Mal kam der Pass hinter die Abwehr wieder von Prüfer, Fuß startete nicht aus Abseitsposition, behauptete sich im Laufduell mit Weisser und hob den Ball an Mitschke vorbei ins Netz (87.).

    Zweikampf zwischen Celina Fuß und Mathilda Weisser ...

    Zweikampf zwischen Celina Fuß und Mathilda Weisser …

    ... Ann-Cathrin Mitschke ist weit aus dem Tor geeilt ...

    … Ann-Cathrin Mitschke ist weit aus dem Tor geeilt …

    ... Celina Fuß schießt an Mitschke vorbei ...

    … Celina Fuß schießt an Mitschke vorbei …

    ... und vollendet zum 5:0

    … und vollendet zum 5:0

    Je eine Chance hatten beide noch. Lübke schlug einen weiten Freistoß aus der eigenen Hälfte in den Jesteburger Strafraum, aber niemand ging hin. Keine Gefahr für Michelsen. Denkste! Die Keeperin schätze den Ball völlig falsch ein, und der drehte sich dann noch an den Pfosten (88.). Eine kuriose Szene. Auf der Gegenseite konnte sich ihr Widerpart Mitschke nochmal auszeichnen, als sie nach einem taktischen Foul von Lübke gegen Stejskal, für das die Abwehrspielerin die Gelbe Karte sah, den anschließenden Freistoß von Prüfer über die Latte abwehrte (90.+1). Kurz darauf war das Spiel beendet. Das Ergebnis ging in Ordnung. Jesteburg nutzte seine Möglichkeiten zu Beginn des zweiten Durchgangs für die Entscheidung und ließ noch hochkarätige Chancen liegen. Allerdings bewies Duwo Moral und versuchte über 90 Minuten gegenzuhalten und selbst zu Toren zu kommen, was sich im Ergebnis allerdings nicht wiederspiegelte, was leider auch eine Qualitätsfrage war. Für Nadia Papist und den VfL Jesteburg ging die Feier nun aber erst los.

    Was zu erwarten war: Trainerin Ina Heitmann duscht Nadia Papist ab

    Was zu erwarten war: Trainerin Ina Heitmann duscht Nadia Papist ab

    Aufstellungen
    VfL Jesteburg: Moana Michelsen – Annalena Otto, Hanna Heyken, Carolin Diekhoff, Rebecca Freund (76. Fabienne Stejskal) – Sophie Gerckens (70. Celina Fuß), Nadia Papist (80. Lea Menk) – Nele Heins, Annika Prüfer, Sarah Wedtgrube – Anna-Lena Günthel
    TSV Duwo 08:
    Ann-Cathrin Mitschke – Franciska Struckmeyer, Birka Edler, Lea Lübke, Mathilda Weisser – Maie Stein (72. Rieke Koopmann), Ina Hoppe – Jana Spack, Amerly Jaekel, Lena Riediger – Katrin Nicolai (55. Janine Laß)
    Schiedsrichter: Tirza Mach (TSV Krähenwinkel Kaltenweide) mit Monique Panetta (MTV Barum) und Felix Rethfeldt (VfL Eintracht Hannover)
    Tore: 1:0 Wedtgrube (40.), 2:0 Papist (46.), 3:0 Papist (48.), 4:0 Günthel (51., Handelfmeter), 5:0 Fuß (87.)
    Gelbe Karten: Freund (22.), Heins (61.) / Struckmeyer (57.), Lübke (90.)
    Zuschauer: 47
    Bes. Vorkommnis: Mitschke (Duwo) hält einen Foulelfmeter von Papist (45.+1)

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